von Nolini Kanta Gupta
Die Veden, dieses europäischen Geistern dauernde rätselhafte Brumborium, offenbaren ihre Wahrheit erst dem Geist, der durch entsprechende Disziplinierung seiner selbst, das heißt durch Yoga, auf diese vorbereitet wurde. Dem allgemeinen menschlichen mentalen Intellekt bleibt sie verschlossen. ihm ist sie unverständlich und eine Torheit. Aber so ist es mit allen spirituellen Schriften, auch mit unserer Edda. Der Grund ist, daß spirituelle Wahrheit eben mit dem Mental allein nicht erfasst werden kann. Die Wissenschaft sollte sich vor dieser Erkenntnis beugen, anstatt weitere mehr oder weniger hilflose mentale Konstruktionen aufzuwerfen. Die Veden sind und bleiben Yogawissen, Wissen das sich nach der Erfahrung der Gotteinheit oder beim Eintritt des Yogis in den kosmischen Bereich enthüllt und intuitiv erfahren, ja geschaut werden muß, aber nicht gedacht werden kann.
Nolini Kanta Gupta, ein langjähriger Schüler Schri Aurobindos, führt uns zu den atemberaubenden Höhen der Götterwelt und des himmlischen Elysiums, auf denen er selbst beheimatet war.
Die Übersetzung der besprochenen Hymnen finden sie auf der Seite 3.
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Die kosmische Schöpfung ist ein großes und erhabenes Opfer. Sarvagatam Bramha . . (Das alles durchdringende Brahman ist im Opfer fest begründet), sagt die Gita. Ein jedes einzelne Objekt bringt sich diesem Opferfeuer dar. Warum? Opfer deutet auf Bewegung hin, sozusagen ein immer fortschreitender Verlauf in Richtung größerer und immer noch größerer Erfüllung der Evolution. Das Opfer wird vollbracht; die Schöpfung ist dynamisch geworden und drängt mit der Selbstopferung ihrer eigenen Objekte vorwärts. Durch Selbstopferung erschafft man eine andere Form und darin ihr größeres Selbst. Die Pflanze ist aus der Materie entstanden, nach der Pflanze das Tier und vom Tier der Mensch und jetzt will sich Gott selbst durch den Menschen, kraft dieses Prozesses der Selbstaufopferung manifestieren. Sich opfernd, kommt die Wolke als Regen herunter. Eltern opfern Fleisch und Blut, um ihren Sprößling zu gebären. Alles sind aber nur verschiedene Formen dieses erhabenen Opfers. Wir können die Gita wieder zitieren: Sahayajnah Prajah... (mit dem Opfer schuf der Herr alter Kreaturen die Geschöpfe und sagte: durch dieses sollt ihr hervorbringen [Früchte oder Sprößlinge], lasst dieses euren Melker der Begierden sein).
Es sind die Götter, die die ursprünglichen Mächte sind, die dieses Opfer und die kosmische Schöpfung aufrechterhalten und kontrollieren. Durch dieses Selbstopfer erfüllt der Mensch die Natur der Götter.
Was äußerlich das Opfer von physischen Elementen ist, stellt im Innenbewußtsein einen Joga der Vereinigung dar. Die Disziplin des menschlichen Lebens ist auch ein Opfer. Was ist das Ziel von solch einem Opfer? Evolution, Aufstieg, vom Kleinen zum Gewaltigen, von Leiden, Schwäche und Unkenntnis, zu Freude, Stärke und Wissen. Wie ist das möglich? Durch die gleiche Selbstaufopferung, Selbsthingabe, Weihung und die gleiche Niederwerfung. Die niederen Stufen und die niederen Dharmas in uns müssen zum Schweigen gebracht und an die höher und höheren Stufen und Dharmas übergeben werden. Die Katha Upanischade erklärt:
"Lasse den klugen Menschen die Rede in seinem Geist zurückhalten und den Geist im Selbst und das Wissen im Großen Selbst und das wiederum im Selbst, das im Frieden ist." (übersetzt von Schri Aurobindo).
Die Gita sagt auch:
"Und andere opfern alle Sinneshandlungen und alle Handlungen der vitalen Kraft in das Feuer, des vom Wissen entzündeten Joga der Selbstbeherrschung."
Die innersteste und die oberste "Kommune" der göttlichen Energien, ist bekannt als die Götter. Der Anwärter opfert Herz und Seele und trägt ihre Niederwerfung zur "Kommune" der Götter. Nur dann werden die Götter zur Menschheit, mit all ihrer göttlichen Fülle herabsteigen. Der Wahrheitssucher gebiert die Götter in seinem Wesen. Ebenso ziehen ihn die Götter zu sich. In Bezug auf das Geheimnis dieses Opfers verkündet Lord Schri Krischna:
"Fördere durch dieses die Götter und lasse die Götter dich fördern; einander fördernd, sollst Du zum höchsten Wohl gelangen."
Dieser gegenseitige Austausch des Opfers zwischen den Menschen und den göttlichen Mächten, die zur Fortentwicklung und zur Evolution des Lebens geleiten, wird vom Feuer, dem Licht und der Hitze beschützt, die die von spiritueller Disziplin geborene Macht bezeichnet. Es ist diese Energie, die dem Praktikanten ermöglicht, auf seinem Weg des Opfers fortzuschreiten. Der Anwärter opfert jedes Glied seines Wesens als Opfergabe in diese Energie spiritueller Praxis, welche ihrerseits das Selbstopfer vom Anwärter zu seiner Göttlichkeit trägt und fortfährt für seine Gründung zu arbeiten; deshalb ist das Feuer der Opferer. Feuer wird auch der Überbringer genannt, denn es bringt die göttlichen Kräfte in den Anwärter herunter und trägt ihn hinauf in ihre Region. Diese Arbeit hat das Feuer übernommen Tag für Tag auszuführen, ohne die geringste Übertretung des Rhythmus der Wahrheit, durch den evolutionären Prozeß. Daher wird es der Priester genannt. Der Priester ist der, der die korrekte Zeit für die Erfüllung der jahreszeitlichen Opfer kennt. Die von spiritueller Praxis geborene Energie, hat auch die spontane Tendenz, die spirituelle Richtung des Praktikanten zu bestimmen. Das Feuer spiritueller Disziplin verbrennt alle Schlacke, die im Gefäß des Anwärters enthalten ist, macht ihn fähiger und bringt in ihn die göttliche Kraft, das göttliche Wissen und Glück herab - den vollständigen Erfolg. Die Kraft des Feuers ist nichts anderes, als die Dynamis der Göttlichen Vision, die durch direkte Realisierung (kavi-kratu) geborene Aktivität; Feuer wird deshalb die schützende Kraft der Wahrheit (gopam rtasya) genannt. Das, welches die Grundlage der Wahrheit, das Rechte, das Gewaltige, die vierte Welt ist, ist tatsächlich svarloka, das eigene Heim (Sva Dama) Agnis und all der anderen Götter. Hier ist es wo die Götter zuoberst in ihrer eigenen wirklichen Gestalt, in ihrer wahren Natur herrschen. Doch dann hat jeder Gott sein zugeteiltes Feld der Aktivität hier auf Erden, durch irgendeine passende subtile Verkörperung. Der Sitz vom Feuer, sein Aktionsfeld, ist die Erde, die grobe Hülle. Die Energie spiritueller Disziplin bemächtigt sich des Praktikanten zuerst in seinem Körper, dem Körperbewußtsein; und mit der Hilfe der anderen Götter führt ihn dieser Feuergott allmählich zur vitalen Region und dann zur Sphäre des Geistes und von dort zum Supermind (Supramental A.d.Üb.), dem vierten Himmel. Jeder Gott stellt die göttliche Verkörperung der speziellen Tugend einer besonderen Region oder Stufe dar. Aber Feuer ist der vorderste Gott und der Anwärter, der einen Zugang zu den Geheimnissen spiritueller Praxis haben will und der begierig ist voranzuschreiten, muß ein Verehrer vom Feuer (angiras) werden.
Diese Hymne sukta (das Wort bedeutet wörtlich "gut gesprochen", die fehlerlose Rede, die unfehlbaren Wörter des erfahrenen Sehers der Wahrheit) kann in drei Teile eingeteilt werden, die je drei Riks (Verse) entsprechend den speziellen Unterschieden zwischen dem Strom der Gedanken enthalten. Die ersten drei Riks handeln mit dem Thema: Wer ist das Feuer, was sind seine Einzelheiten, sein Name und seine Form? Die zweiten Drei handeln vom Thema: Was ist das Feuer, was seine Tugenden, seine Natur und seine angeborenen Tendenzen? Die dritte Gruppe beschreibt die Beziehung zwischen dem Feuer und dem Anwärter in Sachen spiritueller Praxis, das heilige Opfer. Die Mantras sind im Meter Gajatri genannt verfasst, das auch drei Füße hat. Somit hat jedes Rik auch drei metrische Gliederungen.
Der aufsteigende Spirit, die bewußte belebende Kraft, das Sehnsuchtsfeuer, das sich an der Wurzel aller spirituellen Disziplinen als deren Quelle und primäre Inspiration befindet, ist in der ersten Hymne angerufen worden. Die gegenwärtige Hymne, wirft Licht auf die verschiedenen Schritte und Sprossen dieser aufwärts gerichteten spirituellen Disziplin.
Die vedische spirituelle Disziplin zielt auf die Wahrheit, das Rechte und Unermeßliche. Das gewöhnliche Leben besteht aus Körper, Leben und Geist, aus der trivialen Arbeit, der bedeutungslosen Inspiration, dem bedeutungslosen Genuß des Lebens und dem beschränkten Geisteswissen, -- der Mensch weiß nichts von dem darüber. Aber es gibt etwas über dem Körper, dem Leben und dem Geist. Wenn man diese höhere Ebene erreicht, wird man vom Wahrheitsbewußtsein erfüllt, das heißt, man besitzt die Natur und das Gesetz der Führung der Götter. Körper, Leben und Geist des Aspiranten stehen dem Reich der Götter im Wege. Doch sollen wir die Existenz dafür nicht leugnen oder Körper, Leben und Geist aufgeben. Was tatsächlich erforderlich ist, ist die Läuterung und Transformation dieser drei Instrumente. Es gibt drei Stufen der Läuterung und Transformation; die gegenwärtige Hymne ist dementsprechend in drei Teile eingeteilt worden, die je drei Riks enthalten.
Die ersten drei Riks handeln von der Läuterung und Transformation der Lebensenergie. Vayu ist die Gottheit, die über die Lebensenergie waltet. Vayuh pranah (Vayu ist Leben), sagt die Mundaka Upanischade. Auch im Rigveda gibt es einen klaren Hinweis darauf. Er sagt, pranat vayurajayata (Vayu kam vom Höchsten als Leben zur Existenz). Dieser Vayu oder diese Lebensenergie, ist der raison d'etre (der Daseinsgrund A.d.Üb.) aller Aktivitäten vom gewöhnlichen menschlichen Leben. Das Leben ist reich an Begierden und Genüssen irdischer Objekte. Das gewöhnliche Leben ist blind und unwissend. Es hat ein Verlangen nach der Befriedigung von Begierden und es findet sogar in flüchtigen Freuden Befriedigung. Aber was ein Aspirant im Leben benötigt, ist den reinen und unlegierten Nektar zu schmecken, der die immerwährende innewohnende göttliche Freude in jedem Objekt ist.
Das Somarasa ist die transzendente Freude und diese Freude ist nichts anderes als Unsterblichkeit. Sie ist auch ein immenses bewußtes und leuchtendes Hochgefühl der göttlichen Existenz der Götter. Wahrheit muß mit dem Rhythmus und Wörtern des direkten Wissens offenbart werden und die Freude der offenbarten Wahrheit, muß im Leben manifestiert werden. Jene, die es getan haben werden "Aharvida" genannt, was bedeutet, daß sie jetzt das Licht des Tages haben (Tag und Nacht, als Equivalent zu Wissen und Unwissen; A.d.Üb.). Nicht mehr sehnen sie sich nach trivialen Genüssen. Alle Teile ihres Wesens sind mit unsterblicher Freude vibrierend erfüllt und bewußt.
Im Leben muß strahlende Freude im Überfluß etabliert werden. Und für das muß der Geist zuerst geläutert und vollkommen gemacht werden. Indra ist die waltende Gottheit vom klaren und vollkommenen Geist. Indra gibt klare Intelligenz und mit dieser klaren Intelligenz, begründet der Anwärter den klaren Genuß der Quintessenz der Wahrheit, reiche Freude und Erfüllung im Leben. Deshalb werden Indra und Vayu in den zweiten drei Riks zusammen angerufen.
Die letzten drei Riks handeln von der vollen Realisierung und dem Ziel des Anwärters. Wenn das Leben geläutert ist, wenn der Geist geläutert ist, wird der Anwärter in diesen gewaltigen und leuchtenden Himmel eingeführt. Varuna ist die waltende Gottheit der Unermeßlichkeit. Die Harmonie und die Gemeinschaft, die von der unendlichen Ausweitung Varunas ins Dasein kamen, sind die Geschenke Mitras. Lord Varuna entfernt die Beschränkung, die Isolierung und Zerteilung unseres gewöhnlichen Wissens. Er reißt die feindliche Gewalt hinweg, die uns zwingt, engstirnig und klein zu bleiben. Daher wird er Risadasam genannt. Und Mitra ist unser göttlicher Führer. Mit seiner klaren Schau, vereinigt er alle Objekte in vollkommener Harmonie. Wenn ein Anwärter zur Stufe unteilbarer Harmonie in der Unendlichkeit, im Grenzenlosen gelangt, kommt er bei der Grundwahrheit an und dann wird sein Handeln die unfehlbare Manifestation dieser Wahrheit. Indra besitzt klare Intelligenz. Hinter ihm stehen die zwei Kräfte der Unendlichkeit, Varuna und Mitra. Es sind sie, die die Intelligenz voller Wissen und Energie gemacht haben. Sie werden auch die Poeten genannt, d.h., die Seher der Wahrheit. Es ist wegen ihrer unendlichen Ausweitung, ihres ewigen Rhythmus und ihrer angeborenen Kraft der Wahrheit, daß der Anwärter in der Lage ist, die phantastische Inspiration belebender Kraft und eine ungehinderte, reine echte Kapazität zu schöpfen, um all ihre Aktivitäten im Leben weiterzutragen.

Leben braucht eine klare, ruhige, bewirkende Freude. Es ist durch Freude, daß Wissen, Werk und Wahrheit offenbart werden. Je mehr die Inspiration der Lebensenergie göttlich selig und anhaltend wird, desto mehr wird der Anwärter mit klarer Intelligenz, göttlicher Kraft und Erfüllung ausgestattet und er manifestiert endlich im wachenden Bewußtsein, die Ströme direkter Sicht und Schöpfung des Unermeßlichen, jenseits von Geist und Intelligenz.
In der vorliegenden Hymne gibt es vier Gruppen von drei Riks, jede entsprechend der spirituellen Fortentwicklung klassifiziert.
Die erste Gruppe beginnt mit der Beschwörung der Zwillings-Reiter. Wer sind diese Reiter? Entsprechend der Erzählung der Puranas, sind die Aswinikumaras im allgemeinen als die himmlischen Zwillings-Ärzte bekannt. Es bedeutet, daß sie Krankheit, Zerfall und Unfähigkeit vom Wesen vertreiben und die Lebensenergie rein, gesund und unbezähmbar machen. Mit anderen Worten, sie sind die Götter der Unsterblichkeit. (Es sind sie, die bei entsprechender Anfrufung, sogar abgetrennte Körperteile wieder heilen können. Der Webmaster) Ihr Werk ist es Unsterblichkeit und eine ewige Jugend der Göttlichkeit im Leben zu begründen. Pranavayu, was die Übertragung der göttlichen Kraft ist, wurde symbolisch als die Pferde ausgedrückt. Es kann gefragt werden, warum sie Zwillings-Gestalten haben. Vielleicht weil der eine Wissen gibt und der andere die Energie für das Werk. Beide sind sie die waltenden Gottheiten der Unsterblichkeit und sie beide verkörpern die wohlwollendste Freude. Daher werden sie Subhaspati genannt. Auch werden sie Purubhuja genannt, denn sie bringen in das Leben den göttlichen Genuß in Überfülle. Jedoch gibt der eine mehr der Energie der Arbeit Bedeutung, der andere mehr der mächtigen klaren Intelligenz. Was auch immer der Unterschied in ihrem Ausblick sein mag, sie sind die Zwillings-Gesichter von ein und demselben Gott. Die zwei Reiter öffnen die Quelle von diesem allgöttlichen Hochgefühl im Leben, wodurch eine nach obenstrebende Flamme im Wesen des Anwärters erwacht und aufsteigt. Da der Anwärter der Besitzer von einer intensiven, verschiedenartigen Freude gewesen ist, ist er jetzt in der Lage, weiter und weiter, höher und höher, durch Opfern seiner niederen Sehnsüchte fortzuschreiten. Es ist eine unsterblich gemachte Lebensenergie, die alle Realisierung wirksam, wirklich und schön macht. Sie flößt der Intelligenz Geist und Kraft ein. Er wird mit einer okkulten Kraft zu Hören ausgestattet und der Anwärter wird mit der Kraft von Mantras eingeweiht, die die Wahrheit ausdrücken und manifestieren. Das ist, warum die Zwillings-Götter Nasatya genannt werden (die Führer auf dem Pfad). Sie sind die Führer in unserem spirituellen Abenteuer. Sie führen uns schnell durch die verschiedenen Ebenen des Bewußtseins, zu dem weiten Ozean der höheren Wahrheit.
Die zweite Gruppe Riks: Die spirituelle Freude und die unsterbliche Kraft des Lebens, werden sich in einer ruhigen, reinen und fest eingewurzelten Basis des ganzen Wesens begründen. Und diese unsterbliche Freude führt den spirituellen Praktikanten zum Göttlichen Geist, zur klaren Intelligenz, zum Reich von Indra. Ein gewöhnlicher Mensch ist außerstande einen Blick vom höheren Geist, der klaren Intelligenz zu bekommen, weil er auf die engen Grenzen der niederen materiellen Welt beschränkt ist und sein Leben mit unruhigen, unreinen und schädlichen Begierden angefüllt ist. Nicht bei einer groben trägen Inspiration, sondern bei einer subtilen inneren Kraft, muß der Genuß des Lebens geläutert und vergöttlicht werden. Nur dann wird die Faulheit des Geistes, durch die göttliche Intelligenz ersetzt. Mit der göttlichen Intelligenz Indra's genießt der Anwärter eine reine Freude am Leben. Es ist Indra, der die verschiedenen Aspekte jedes Objekts mit einer leuchtenden Wahrheit erfüllt. Die mit dem glänzenden Wissen Indra's angefüllte Inspiration bringt das Selbst, das die Hauptstütze des Göttlichen im Anwärter ist herunter und manifestiert im Anwärter die herrliche Wahrheit des Selbstes.
Die dritte Gruppe: Nach diesem erhebt sich der Anwärter in das Reich der Wahrheit, dem Rechten und dem Unermeßlichen, wo sein Wesen alle Götter verkörpert. Die Universalgottheit ist die kollektive Kraft aller Götter. Jeder Gott hat einen anderen Aspekt und eine besondere Wahrheit zu betonen. Sie führen zugleich ihre eigene Arbeit aus und helfen einander beim Ausführen ihrer Arbeit. So geben sie in ihren gemeinsamen Bemühungen, den verschiedenartigen Ausdrücken der einen großen und gewaltigen Wahrheit Gestalt. Wenn die Kraft dieser Götter im Anwärter begründet wird, steigt seine Aspiration höher und höher, entschlossen und unfehlbar. Der Körper, das Leben und der Geist, die die verschiedenen Stufen des Wesens sind, sind jedes ein Strom der Wahrheit und diese werden als Fluß oder Wasser vorgestellt.
Die vierte Gruppe: Saraswati, die Fülle der vollsten Inspiration der vollständigen Wahrheit, bezeichnet schnelle und rhythmische Wahrheit. Sie ist das göttliche Hören. Kein Zweifel, wir sehen und begegnen der Wahrheit bei unserer göttlichen Vision; um aber die Wahrheit aktiv und dynamisch zu machen und die Schöpfung mit der Kraft der Wahrheit zu füllen, müssen wir notwendigerweise die Hilfe göttlichen Hörens in Anspruch nehmen. So wie die Wahrheit eine Form besitzt, so hat sie auch einen Namen. Es ist genau wegen der Form und des Namens, daß die Wahrheit konkret wird. Die Form der Wahrheit ist in der göttlichen Schau sichtbar, der Name der Wahrheit im göttlichen Hören. Saraswati gibt der Wahrheit den göttlichen Namen und Ila gibt die göttliche Form. Unter Saraswati's Inspiration wirft die Wahrheit alle Unwahrheiten beiseite. Daher wird sie Pavaka (der Läuterer) genannt. Über dem Geist wohnt der gewaltige Ozean der Wahrheit. Wir haben weder irgendeine Kenntnis, noch eine Erfahrung von ihr. In gewissem Sinn sind wir ihrer ziemlich unbewußt. Saraswati hebt die Intelligenz in den gewaltigen Ozean der Wahrheit und läutert sie. Danach bringt sie sie unserem Verständnis herab. Sie manifestiert das vollständige Wissen in allen seinen Aspekten und macht es lebendig.
In der Veda Literatur bekommen wir sehr oft den Verweis auf vak (Wort). Also wird es keine Übertreibung sein zu meinen, daß das Ziel der vedischen sprirituellen Disziplin ist, den signifikanten Klangaspekt der Wahrheit zu erhalten. Und deswegen werden die Veda-Seher der Wahrheit, die Seher von Mantras oder die Schöpfer von Mantras genannt. Vak ist das lebende Bild der Wahrheit. Es liegt ein Rhythmus im Wesen der Wahrheit und die Bewegung dieses Rhythmus zeigt eine Note, die später nada (der nicht klingende Klang) oder Shabda Brahman, ( das Brahman als Klang manifestiert ) genannt wurde. Wenn der Rhythmus dieser Note in unserer Intelligenz und unserem Geist begründet wird, nimmt er die Form eines Satzes an und dieses nämliche Ding wird ein wahres Mantra genannt. Je mehr eine Sprache die ursprüngliche Form und den ursprünglichen Rhythmus der Wahrheit innig und direkt ausdrücken kann, desto mehr wird das Mantra lebendig. Deshalb hat der Anwärter der dieses Mantra erworben hat, auch Wahrheit und Kraft der Wahrheit erworben. Die Veda-Seher haben auch den Namen der Wahrheit in verschiedenen Kategorien eingesetzt; z.B. Rk, Stoma, Uktha, Brahman usw. Auch am Anfang der gegenwärtigen Hymne, ist in der sprirituellen Wahrheitspraktik gih, vak oder der Name, der die Wahrheit eindeutig im Bewußtsein des Anwärters offenbart, mit Hilfe der Zwillingsreiter angerufen worden. Dann wurde mit Hilfe Indras, das Brahman, das heißt, die wahre Botschaft vom inneren Selbst angerufen. Wenn der Mensch einen geläuterten Geist und geläuterte Intelligenz bekommt, entdeckt er das wirkliche Wesen innen und ein anderer Name dieses Wesens ist Brahmanaspati (der Herr vom Innenselbst). Zuletzt kommt Saraswati hinein, die die Kraft der unendlichen Wahrheit ist, in der die vielfachen Aspekte der Wahrheit des Universalen Gottes sind.

Die allmähliche Fortentwicklung der spirituellen Disziplin findet aufgrund der Seligkeitsmacht im reinen Geist statt. Es ist mit dieser Kraft, daß ein spiritueller Sucher alle Hindernisse und den Abwärtszug der Unwissenheit überwindet, die durch Vritra symbolisiert sind und schöne Formen voll von Wissen, in der Fülle der Unermeßlichkeit schafft.
In den ersten drei Riks, sind das Nektar emittierende Licht und die reine Denkkraft von Indra angerufen worden. Indra ist eine Milchkuh, sozusagen die unerschöpfliche Quelle, aus der ein Sucher den Nektar der Unsterblichkeit bezieht.
Warum aber? Weil es so ist, kann ein spiritueller Sucher die Manifestation des All-Segensreichen in der Unermeßlichkeit sehen. In unseren normalen Lebensaktivitäten haben wir ein Teilbewußtsein und unser Geist bleibt eng, degradiert und verdreht, so daß was wir auch immer machen, sich als Unvollkommen erweist. Und, wenn wir unsere Schöpfung schön, selig und vollkommen machen wollen, müssen wir die Barrieren dieser Zertrennung, Kleinlichkeit und Armut zerbrechen und in die immerwährende Haltung und reine Existenz der Unermeßlichkeit aufsteigen. Wir sind mit wenig zufrieden, denn unser Glück, unsere Freude und unser Genuß sind nur auf diese materielle Welt beschränkt. Und von dieser Sinneslust, welche die äußere Form des Somarasa ist, müssen wir wahre Freude und Unsterblichkeit auspressen. Dies ist nur möglich, nachdem man Indra, den Herrn der Sinne und die waltende Gottheit vom reinen Intellekt angerufen hat. Wenn der Geist rein geworden ist, wenn das Göttliche Wesen darin erwacht ist, findet die Freude des Anwärters nicht mehr in den kleinen unvollkommenen Freuden der materiellen Welt Befriedigung. Die Ekstase vom vergöttlichten Geist, ist mit göttlichen Licht überfüllt. Einer der diese Freude erlangt hat, hat auch das ganze wohlgeordnete rhythmische Spiel, der im reinen Geist inhärenten Wahrheit erreicht. Es ist dort, daß ein Anwärter besonders Aufmerksamkeit auf eine Sache lenken muß: wenn ganz plötzlich von oben auf übermäßige Weise Wahrheit und Macht in den Geist des Anwärters herabkommen, dann besteht alle Aussicht, sein geistiges Gleichgewicht zu verlieren; selbst wenn es nicht so ist, findet die Manifestation dieser Wahrheit und Macht auf eine sehr verzerrte Weise statt. Das ist, warum der Anwärter darum gebeten worden ist, auf diese Weise zu beten:
"O Indra, zeige Dich vor mir im Außmaß meiner Aufnahmefähigkeit und ich bitte, überschreite nicht die Grenze."
Der Anwärter muß zuerst seine niedere Natur vor dem Anrufen der Wahrheit und Macht im großen Ausmaß läutern, sonst kann sofort ein Rückschlag stattfinden. Die anschließenden Riks handeln von dieser Materie. Die zweite Gruppe von drei Riks, bezeichnet den Prozeß des allmählichen Aufsteigens des Anwärters. Spiritualität ist, so wie es war, ein langer Marsch nach oben und der Anwärter muß den ganzen Weg getreu kämpfen und sich abmühen, um voranzugehen. Es reicht nicht für einen Anwärter sich anzustrengen, die Kraft von oben herabzuziehen und selbst unten zu bleiben, - er muß sich erheben. Er muß auf das Göttlichen Wesen, das in Indra der Gottheit des Wissens wohnt, im reinen Geist schauen und der Anwärter muß entsprechend Inspiration und Führung des Wesen fortfahren. Wenn wir vollständig für die Realisierung der Gottheit Indras bereit werden sollen, können uns die obskuren und unreinen Kräfte der Unwissenheit in den niederen Regionen, nicht in Ketten gelegt halten. Sie öffnen die neuen Bereiche für eine höhere Reise und erklären dann selbst: "Du hast uns besiegt. Geh jetzt hinauf, marschiere weiter, erobere all die Mächte, die dich von den höheren Regionen locken." Sogar Hindernisse sind notwendig und nützlich. Wir werden stärker, wenn wir auf Oppositonen in unserem Leben stoßen. Das Fundament wird nur fest, nachdem es Stürmen ausgesetzt war. Wenn wir im ruhigen Fundament Indras begründet sind, werden die Kräfte die dem Anwärter helfen, - die Energie hinter seinem spirituellen Bestreben und seiner Tatkraft -, dazu in der Lage sein, uns zu Besitzern vom höchsten Wohl und vollkommenem Glück zu machen.
In den drei aufeinanderfolgenden Riks der dritten Gruppe sind die Kräfte, von denen alle Hindernisse auf unserer Reise entfernt werden, beschrieben worden. Vritra ist nur ein Name für die Hindernisse in der spirituellen Praxis. Vritra bedeutet der Verdecker (von der Wurzel vr abgeleitet), der einen Anwärter in der Dunkelheit hält. Diese blinden Kräfte der niederen Ebenen, erlauben dem Licht des Wissens nicht, dem Anwärter zu dämmern. Beim Trinken des Somar-Nektars (Entzücken) tötet Indra den Vritra, d.h. die Kräfte reiner Intelligenz werden mit dem reinen und intensiven Ananda sowohl feurig als auch akut und scharf, wodurch die Dunkelheit des Unwissens ausgewiesen wird. Der Anwärter erlangt Stärke, um gegen die Anziehung der unregenerierten Natur zu kämpfen und in die höheren Regionen hinaufzusteigen und sich dort zu bewegen. Sein bewußtes Wesen wird vom Nektar der Freude berauscht, bewaffnet mit hundert Kräften. Er überwindet alle Hindernisse des spirituellen Abenteuers und begründet den Anwärter fest in allen Vollendungen der Vollkommenheit.
Im letzten Rik ist die Natur des göttlichen mentalen Wesens beschrieben. In dieses göttliche mentale Wesen, ist die gewaltige Freude der Unendlichkeit herabgekommen und mit der Hilfe ihrer Inspiration, geht der Anwärter sicher von einer Stufe zur anderen weiter und steigt von der unregenerierten niederen Natur zum göttlichen Status auf.
In der vorliegenden Hymne, können wir eine Besonderheit der Vedischen Disziplin bemerken. Vedische Disziplin war nicht etwas Persönliches und Einzelnes. Sie war im Grunde genommen kollektiv d.h. für die Gemeinschaft als ein Ganzes. Das kollektive Leben gedieh in jenen Tagen mit der Hilfe von Kameraden und Helfern in der Sadhana. Die Götter waren auch Kameraden und Helfer im spirituellen Bestreben. Daher wurden sie als Freunde angesprochen.

Die vorliegende Hymne sagt uns auch, daß wir alle irdischen Kräfte, mit der Hilfe reiner Freude besiegen sollen und in reinem Geist die Grundlage der Wahrheit, die konkrete Manifestation der Kraft, des Wissens und des Wohls, die mannigfaltige Fülle und Vollkommenheit von Indra manifestieren sollen.
Die Vielfalt in der Schöpfung, ist eine tiefe und erhabene Wahrheit. So muß auch der Sadhaka in seinem Wesen und seiner Natur, dieses immense manigfaltige Spiel manifestieren. Die Mannigfaltigkeit der Form wird durch den Geist bewußt offenbart. Wenn das wahre mentale Wesen erwacht, verlieren alle Gestaltungen ihre geteilte und sterbliche Natur und erscheinen so als unsterbliche Kadenzen und Ausdrücke der Wahrheit. Das ist, warum der mentale Puruscha oder Indra Purutaman Purunam genannt wird. Kein anderer Gott hat so viele verschiedenartige Formen wie Indra. (Indra ist Odin. Die Edda listet auch eine Vielzahl von Odinsnamen auf, die alle einem besonderen Charakterzug dieses Gottes entsprechen. Der Webmaster) Das ist, weil er an der Wurzel von aller mannigfaltigen Vielfalt ist. Indra kommt mit Fülle; er erobert für den Sadhaka shasrinam vajam (eine tausendfache Fülle). Vajam ist die Fülle, die unteilbar ist; sie ist das Gefäß einer tausendfachen Schöpfungsbewegung. Indra ist der Älteste von allen, weil die ursprüngliche Gestalt der äußeren Manifestation, im Herzen des mentalen Wesens zuerst scheint. Später wird sie in der äußeren Natur manifest. Nach seiner eigensten Geburt, möchte Indra der Älteste von allen sein, d.h. sobald das reine mentale Wesen im Anwärter erwacht, wird es der Meister und Führer seiner Sadhana und seiner neuen spirituellen Schöpfung. Deshalb wird Indra Isana (Lord) und Sukratu (die alles schaffende Aktionskraft) genannt. In ihm sind alle maskulinen Kräfte Gottes manifestiert. Entsprechend dem Willen des Puruschas, nehmen alle Formen von Prakriti Gestalt an. Das Gefäß und die Grundlage, die Indra aufs neue im Anwärter formt, ist fest auf Wahrheit und Wissen begründet.
Reines mentales Wesen wird mit Wissen ausgestattet, das ein Objekt dazu bringt, dem Wissenden offenbart zu werden. Dieses Wissen von Indra ist vielseitig. Die wirkliche Funktion Indras soll die verborgene Wahrheit aller Objekte und Bewegungen harmonisieren. Daher wird er Puramdhih oder Purudhi genannt, d.h., eine Stadt, die von umfassender Intelligenz gemacht ist. Indra will keine Auflösung in das Eine Existente, sondern er will eine manigfaltige und vielseitige Manifestation. Im Sichentfalten oder Blühen, liegt seine einzige Freude. Er sucht nach einer vibrierenden Kadenz der Wahrheit. Das Glück Indras ist auf Wahrheit begründet. Das ist, warum dieses Glück rein und friedlich und doch dynamisch ist. Die Freude des sinnlichen Vergnügens eines gewöhnlichen Menschen ist emotional und flüchtig. Der Mensch kann sie nicht halten und ein Anwärter kann nichts auf ihr erbauen. Diese Freude verströmt beim Versuch sie zu halten und der Mensch verschüttet sie dabei. Das ist der Grund warum diese Sinnesfreude geläutert und mit dem Licht vom reinen Geist, von Intelligenz und Wissen veredelt werdem muß. Dann nur wird diese Freude nützlich und in der Lage sein, ihre Werke zu tun und Früchte zu tragen. Wenn das reine mentale Wesen, unsterblich in diesem Glück und unterstützt von der reinen vitalen Energie vorwärts marschiert, seine zwei leuchtenden Pferde von Wissen und Kraft zum Schlachtfeld vorwärts treibend, um in Spiritualität voranzukommen, scheitern die dummen materiellen Kräfte der Unwissenheit darin, sich gegen sie zu widersetzen. Alle Beschränkungen des irdischen Bewußtseins und die Kräfte des Todes zerschneidend, begründet Indra im Anwärter ein voll entwickeltes Glück der Unsterblichkeit. Er ermöglicht dem kreativen Genius des Anwärters, in der unbeschränkten Ausdehnung des unendlichen Bewußtseins zu blühen.

Das Thema dieser Hymne soll die Kraft von Indra, mit Hilfe seiner Begleiter, den Maruts erwecken. Wer sind die Maruts? Wir finden in den Puranas, daß Vayu (der Windgott) im Mutterschoß der Diti (dem Bewußtsein der Dualität) vom Herrn Indra in neunundvierzig Teile geteilt worden war. Als ein Ergebnis kamen die Maruts, die Unterabteilungen oder verschiedene Formen des Windes zur Existenz. Wir wissen auch, daß Vayu die Lebensenergie ist und Indra das göttliche mentale Wesen. Diti ist das geteilte Bewußtsein, die Quelle der Vielzahl. Aditi bedeutet das ungeteilte, unteilbare und unendliche Bewußtsein. Wenn sich die Welle der Lebensenergie im Geist erhebt und sich als vielfache Gedanken ausdrückt, wendet sie sich zu den Maruts. Im Rigveda ist der Gott Marut immer zusammen mit Indra angerufen und verehrt worden. Das heißt, ohne Indra das mentale Wesen, haben die Maruts, die mentalen Fähigkeiten, keine gesonderte Existenz.
1 . Der Sitz vom reinen Geist ist ein Streitwagen. Der Wagen bezeichnet Bewegung und er ist das Emblem vom spirirtuellen Fortschritt. Das spirirtuelle Abenteuer des geläuterten Geistes steigt allmählich an. Die Bewegung des geläuterten Geistes ist zugleich frei und gewaltig. Zerteilung und Geringfügigkeit werden dort nicht gefunden werden. Es wird vollständig vom Licht des Wissens erhellt. Der geläuterte Geist ist an Gedankenkräften, mit anderen Worten den Maruts reich. Und es sind die Maruts, die dem Geist in seinem Marsch in Richtung des Zieles helfen.
2 . Spiritueller Fortschritt findet durch die gemeinsame Kraft zweier Kräfte statt. Sie sind nichts anderes als die Zwillingspferde, die die Kraft von Indra weiter tragen. Von den zwei Pferden ist eines das Symbol des Wissens, das andere das der Kraft. Je mehr Wissen und Kraft des Anwärters zunehmen, desto mehr erwacht in ihm das göttliche mentale Wesen in all seinen Tugenden. Und die reinen Gedankenkräfte oder die Maruts, wenden den Fluß des Wissens und der Macht in Richtung einer inneren spirituellen Disziplin.
3 . Es ist die Macht von reinen Gedanken, die das Licht des Wissens in der Dunkelheit des Unwissens manifestiert. Mit der allmählichen Entwicklung solcher Gedanken, nimmt das wahre mentale Wesen Geburt im Anwärter, d.h. es wird lebendig und für den Anwärter real.
4 . Die wahre Natur der reinen Gedankenkraft, soll sich als das mentale Wesen gradweise offenbaren. Es ist im wahren mentalen Wesen, wo die wirkliche Existenz und Natur einer Kreatur wohnen. Das geistige Wesen wird mehr und mehr durch frisches Erblühen der reinen Gedankenkraft manifest. Die reine manifestierte Gedankenkraft, formt die Gestalt des geistigen Wesens. Dann taucht sie in das Herz vom Anwärter und kommt von dort mit neuer Gestalt und Wahrheit hervor. So manifestiert die Gedankenkraft, unterstützt von der waltenden göttlichen Opfer-Gottheit von spirituellem Fortschritt, weitere Wahrheiten. Ein "Name" ist die manifestierte Kraft, der auf Latein "Numen" genannten Wahrheit. Der Strom der Sadhana fließt nicht in einem konstanten Fluß, sondern in einer Sequenz von Absorption und Manifestation -- er zieht sich innerhalb seinerselbst zurück und taucht aus den geheimen Regionen des Bewußtseins wieder mit neuen Wahrheiten auf. Die Vedischen Seher pflegten diese Idee so auszudrücken: die Morgendämmerung folgt der Nacht, Nacht folgt der Morgendämmerung; die Morgendämmerung manifestiert, wenn sie sich wieder und wieder in unaufhörlicher Folge zeigt, die unendlichen Wahrheiten.
5 . In den innersten Tiefen des Bewußtseins, in der Tiefe der Nacht, in träger Materie, liegt das verborgene Licht des Wissens. Das göttliche mentale Wesen, bei der Suche nach dieser Herde des Lichts, befreit diese durch das Aufbrechen jener festen, geheimen und dunklen Tiefen. Es ist wirklich Er, der in das erwachende Bewußtsein, die Morgendämmerung des Wissens bringt.
6 . Was geschieht tatsächlich, wenn Indra das Licht des Wissens offenbart, das die Dunkelheit der Unwissenheit zerstreut? Dort erschallen im okkulten Hören, die konkreten Botschaften der gewaltigen Wahrheit. Und von welcher Art sind jene göttlichen Botschaften? Sie sind die göttlichen Existenzen, sie folgen der göttlichen Natur. Sie erfüllen den Anwärter mit einem klaren und gezielten Intellekt, der die Quintessenz der Wahrheit wahrnehmen kann.
7 . Das wahre mentale Wesen und seine reinen Gedankenkräfte, Indra und die Maruts, werden in diesem reinen göttlichen Geist reflektiert.
8 . Indra ist das Wesen von Wissen und Freude und Marut ist seine Kraft des göttlichen Spiels. Auf einer Seite ist die reine mentale Existenz, auf der anderen erstehen und verbreiten sich die reinen Gedanken dieser mentalen Existenz. Mit ihrer vereinigten Hilfe, wird das spirituelle Opfer vom Anwärter, ein Gefäß von leuchtender Erfüllung.
9 . Dann machen die Wahrheit und die Reichtümer all der Ebenen und Welten des Bewußtseins ihre Aufwartung im Anwärter; die Wahrheit, die von jenseits die vierten Welt oder Mahas kommt, die in der Upanischade asu lokah genannt wird, die Wahrheit die anschließend in der reinen mentalen Welt Gestalt annimmt. (Diese Ebene hat Schri Aurobindo das Supramental oder die Gnosis genannt. Der Webmaster).
10 . Der Prozeß endet hier noch nicht. Die sowohl in der materiellen Erde, die vom mentalen Licht erhellt wird, als auch die der mit reinem Genuß und Inspiration erfüllten vitalen Welt enthaltene Wahrheit, werden konkret vom Anwärter verstanden. Die Erde, die Mittelregion, der Himmel und Svar, - das ist der Körper, Leben, Geist und die gewaltige Wahrheit über dem Geist in ihrer göttlichen Essenz -, werden im vom mentalen Wesen bewohnten menschlichen Anwärter manifestiert. Indra ist das göttliche mentale Wesen und Indra ist die Kraft, die die Wahrheit offenbart. (Die materelle Erde, die astrale oder vitale, die mentale und die supramentale Welt. Der Webmaster)
Notiz: Die übrigen Hymnen von Madhuchchahandar Mantramala, handeln auch vom Indra. Also gibt es kaum irgendeine Notwendigkeit von Kommentaren. Die von der vierten Hymne zur gegenwärtigen gegebenen Kommentare werden als Hilfe dienen, um die anschließenden Hymnen verständlich zu machen.
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Aus den Collected Works of Nolini Kanta Gupta Band 8: "Vedic Hymns."
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