Die Mandukya Upanischade


Einleitung

Vorwort vom Webmaster

Diese Übersetzung der Mandukya Upanischade ist dem Büchlein "Mandukya Upanishad" von K.D. Sethna entnommen. Das Buch ist 1995 im Verlag The Integral Life Foundation in Amerika erschienen und von einem Professor Kleinman mit einer Einleitung versehen. Hier wird aus Gründen des Copyrights nur diese Einleitung und der Text der Upanischade selbst, sowie die Anmerkungen von K.D. Sethna wiedergegeben.. Zur Mandukya Upanischade kann noch gesagt werden, das auch Sri Aurobindo eine Übersetzung gemacht hat, die im Wortlaut zwar etwas anders als die Sethnas ist, aber im Sinn mit ihr gleichkommt. R.Helmecke

von Dr. Robert M. Kleinman

Es hat zahlreiche englische Übersetzungen der Upanischaden, besonders der Mandukya gegeben, die kurz und äußerst tief ist. Die Majoritäten dieser Übersetzungen sind jedoch vom Standpunkt der traditionellen indischen Philosophiesysteme gemacht worden. In den meisten Fällen ist der Übersetzer den Kommentaren von Schankara, dem Hauptexponenten von Adwaita Vedanta gefolgt. Dies hat ein unglückliches Ungleichgewicht im Verständnis der Upanischaden bei westlichen Studenten produziert, da Schankara's Interpretation stark vom weithin mit dem Begriff maya verbundenen Illusionismus abhängt. Es ist im allgemeinen nicht erkannt worden, daß die Lehren der Upanischaden alternativen Interpretationen zugänglich sind, von denen mehrere die Realität der Welt bestätigen, ohne die nicht-dualistische Basis des Vedantas zu opfern. Dies ist Indien immer erkannt worden, und es führte bald zu anderen Systemen des Vedantas, wie dem Vishishtadwaita von Ramanuja. Aber die überlegenen logischen Grundlagen von Schankaras Ansatz, haben es trotz seines offensichtlichen Opfers von bestimmten Werten, die die meisten von uns mit individueller Existenz identifizieren, über alle Anderen überragend gemacht.

Mit diesem geistigen Hintergrund, ist es eine erfrischende Überraschung, die Upanischaden vom Standpunkt Sri Aurobindos zu betrachten. Die Werke von Sri Aurobindo, werden durch die Veröffentlichung der dreißigbändigen Birth Centenary Edition und eine Anzahl von beliebten amerikanischen Taschenbüchern im Westen immer häufiger bekannt, wie McDermott's The Essential Aurobindo und die Neuauflage von Duttons The Mind of Light. Aber es ist kaum bekannt, daß Sri Aurobindo auch eine Anzahl von Upanischaden übersetzte und meisterhafte Kommentare zu mehreren von ihnen schrieb. Obwohl der Ansatz im Grunde genommen nicht-dualistisch ist, ist er umfassender und integraler als der von einigen der klassischen philosophischen Systeme, und er vermeidet besonders die Fallen von mit Schankaras Interpretation verbundenem Weltillusionismus. In Anbetracht des Mangels an relevanten Sichbeziehens auf Sri Aurobindos Beiträge zu vedantischer Gelehrsamkeit, bieten K.D. Sethnas Übersetzung, Kommentar und Vermerke zur Mandukya Upanischade, eine herausfordernde Führung für Bücher an, die das Gefälle zwischen den Kulturen des Ostens und Westens überbrücken können.

Sethna ist einer der führenden Dolmetscher von Sri Aurobindo und als ein philosophischer Gelehrter und ein gefühlsamer Dichter außergewöhnlich qualifiziert, die Upanischaden von einem aurobindonischen Standpunkt zu präsentieren und zu erklären. Die Erwähnung einiger der hervorragenden Merkmale seines Buchs mag dazu dienen, diese Aussage zu unterstützen.

Sethna hat eine genaue und durch und durch lesbare englische Übersetzung der Mandukya Upanischade hervorgebracht, sorgfältig annotiert, um zu zeigen, wie er zur Bedeutung sanskritischer Schlüsselausdrücke gelangt ist. Es gibt viel Originalität in den Fußnoten, die von ernsthaften Studenten hoch geschätzt werden sollten. Er hat auch einen weitreichenden Kommentar angehangen, der zeigt, wie das Denken der Upanischaden, natürlich aus dem Hintergrund der Hymnen vom Rigweda heraus wächst. Dies ist eines der einzigartigen Merkmale des aurobindonischen Ansatzes und unnötig zu sagen, es ist in den Methoden westlicher (und der meisten indischen) Gelehrsamkeit fast gänzlich abwesend. Das übliche Verfahren ist mit den klassischen Kommentaren zu beginnen, die mehr als tausend Jahre nach der upanischadischen Periode geschrieben wurden und dann in die Upanischaden die Interpretationen von Schankara, Ramanuja oder einem anderen der verstorbenen Kommentatoren hineinzulesen. Um diesen irreführenden Ansatz zu korrigieren, ist ein großer Teil von Sethnas Kommentar mit einer Darstellung des vedischen Hintergrunds belegt, der für ein korrektes Verständnis der Upanischaden so wesentlich ist. Dies gibt dem Leser Gelegenheit, mit Sri Aurobindos unvergleichlicher Interpretation der vedischen Hymnen familiärer zu werden. Da sein Werk über die geheime Bedeutung des Wedas, dem westlichen Publikum im wesentlichen unbekannt ist, liefert dies ansich ein lohnendes raison d ' etre für Sethna Buch.

Am Schluß hat Sethna einen wesentlichen Beitrag für unser Verständnis der Natur des Mystizismus dadurch gemacht, daß er zeigt das die Mandukya Upanischade als ein Handbuch von "Integraler Spiritualität" interpretiert werden kann, die keinem die visionären Höhen versagt in die der Mystiker strebt, noch den Wert dieser Welt, in der der Maßstab jener Höhen, eine äußerst bedeutungsvolle Erfahrung für die Person wird. Da die Mandukya Upanischade gewöhnlich als Basistext für den weltverleugnenden Kurs vom mayavada genommen worden ist, könnte Sethnas Arbeit, da sie mit dem Genie von Sri Aurobindo gesättigt ist, sehr gut eine regenerative Kraft in einem Feld der Forschung sein, das von vielen westlichen Studenten vom indischen Denken, als verschlossen und undankbar betrachtet worden ist.

Dr. Robert M. Kleinman Professor der Philosophie und Religion Pensacola Junior-College, Pensacola, Florida, U.S.A


Die Verse der Mandukya Upanischade

  1. Hier ist ein Entfalten1 vom Unveränderlichen, das alles ist und dessen Name OM ist. Was immer gewesen ist, jetzt ist und noch sein wird, ist OM.2 Sogar das, das außer diesem allem ist und jenseits der Zeit ist, ist nichts anders als OM.
  2. Dies alles ist Brahman3, das Höchste und das Höchste ist Atman4, das wahre Selbst von allen und dieses Selbst ist vierfach5.
  3. Sieben-gliedrig, neunzehn-mündig, des Äußeren bewußt, dem Genießer der Äußerlichkeit, dessen Feld das wache Leben ist, - das Erste ist Vaischwanara der Universale Mann6.
  4. Sieben-gliedrig, neunzehn-mündig, des Inneren bewusst, der Feiernde im Subtilen, dessen gebürtiger Wohnsitz im Traum ist - das Zweite ist Taijasa der Immerstahlende7.
  5. Auf der Ebene des tiefen Schlafs, wo der Schläfer keinen Traum sieht noch sich nach Vergnügen sehnt, in Substanz unifiziert und im Wissen konzentriert8, steht das Wesen der Freude9, das das transzendente Entzücken kostet und dessen Eingang Bewußtsein ist - das Dritte ist Prajna der Meister der Weisheit10.
  6. Dies ist der Herr von allen, ihr allwissender Einwohner und Leiter, dies ist der Mutterschoß von allen - die Ursache ihrer Schöpfung und ihrer Zerstörung
  7. Weder intern noch extern, noch auf halbem Weg zwischen den beiden; weder das konzentrierte Wissen, noch Weltbewußtsein, noch Unbewußtheit; unsichtbar und beziehunglos, ungreifbar und eigenschaftslos; über allem Denken und aller Sprache; das in eigentlicher Essenz der Einzelheit leuchtende und frei von trügerischen Mutationen reine Selbst; das Friedliche, das Glückselige, das Eine das nicht-zwiefach ist11, - dies wird das Vierte genannt, es ist ER der das Selbst12 ist, es ist Er13 der verwirklicht werden muß.
  8. Dieses Selbst ist das Unveränderliche dessen Name OM ist. Seine Formen sind seine Silben - die Formen des einen, sind tatsächlich die Silben des anderen - A, U, M.14
  9. Der Universale Mann, Vaischwanara, dessen Feld das wache Leben ist, ist die erste Silbe A, die Silbe, die alles durchdringt und ursprünglich ist. Der, der das erkennt, findet all seine Sehnsüchte erfüllt und steht an vorderster Stelle.
  10. Der Immerstrahlende, Taijasa, der im Traum verweilt, ist die zweite Silbe U, die Silbe, die alles erweitert und dazwischen ist. Der, der das erkennt, vermehrt seine Herrschaft des Wissens und wird allem gleich, noch wird in seinem Haus irgend jemand geboren, der nicht über Brahman weiß.
  11. Der Meister der Weisheit, Prajna, auf der Ebene des Tiefschlafs verharrend, ist die dritte Silbe M, die Silbe die alles auslotet und die letzte ist. Der, der das erkennt, wird der Allesbemessende und die Passage in das Höchste.
  12. OM ist das ganze und unsilbische15 Vierte - das Unkonditionierbare16, die nie beeinträchtigte17 Unveränderlichkeit, das Glückselige Eine, das ohne Dualität ist. Der das erkennt18, von dem dies verwirklicht wird, der betritt durch sein eigenes höchstes Selbst, das höchste Selbst von Allen.

Bemerkungen

1. Upavyakhyanam: Eine Darstellung bedeutend, die die versteckte Bedeutung herausbringt. Der Ausdruck kann als Bindewort genommen werden, das die Apposition vom zweiten zum ersten Gedanken im gleichen Vers anzeigt. Denn das, was in Seinem unmanifestierten Wesen implizit ist, macht das Göttliche in der Bewegung des Universums in Zeit und Raum deutlich.

2. Vom OM wird als aksara gesprochen, das "unveränderlich" wie auch "fester Buchstabe oder Klang" bedeutet; der doppelte Sinn, auch in Vers 8 impliziert, scheint zu beabsichtigen zu vermitteln, daß diese kosmische Bewegung in ihrem eigentlichen Spiel der Variationen, den Hinweis einer überkosmischen Konstante bringt, von welcher es ein Ausdruck ist.

3. Brahman. Der Ausdruck bedeutete in den Wedas, das sakrale Wort der Inspiration. Der größere Sinn des Wortes als Logos lag ihm zugrunde, denn die von der gottwärts gewandten Mentalität erhaltenen Inspirationen, wurden als von derselben Quelle abgeleitet gesehen, wie die Energie der verborgenen Idee, die das Universum aufrechterhält. In den Upanischaden bedeutet es eindeutig das höchste Bewußtsein, das sich im Kosmos ausdrückt.

4. Atman. Das Wort bedeutet: Das, wovon alles eine Selbstdarstellung ist; daher das wahre Selbst von allen, gleichermaßen im Universum und in der Person weilend.

5. Chatuspada: wörtlich vierfüßig. In der Sprache vedischer und vedantischer Philosophie bezeichnet ein Fuß einen Schritt oder Grad in der Hierarchie des Seins, - eine Stufe, Ebene, Status oder organisierte Form des Bewußtseins, eine der vielen vyahritis oder Welten der Manifestation und sogar einen unmanifestierten Modus bewusster Existenz. Die drei Schritte "des weit umspannenden Wischnu", die die höchste Realität unterstützen, sind sowohl in den Wedas als auch in den Upanischaden bekannt.

6. "Sieben-gliedrig, neunzehn-mündig": die sieben Glieder vom Universalen Mann, "Vaischwanara", werden in den Upanischaden als die verschiedenen Teile des Universums angegeben: der höchste Äther ist sein Kopf, die Sonne seine Augen, die Luft sein Atem, der Himmel sein Körper, Wasser sein niederes Organ und die Erde seine Füße. Vaischwanara stellt sowohl die universalen als auch die individuellen Aspekte externer Natur dar, weil im indischen Denken diese zwei immer als Ergänzungen betrachtet werden, die einander die makrokosmischen und die mikrokosmischen Ausdrücke von ein und derselben zugrundeliegenden Realität implizieren. Die neunzehn Münder oder Avenuen und Ausdrucksmittel sind
(a) die fünf wahrnehmenden Sinne von Sicht, Gehör, Geschmack, Geruch und Berührung;
(b) die fünf aktiven Sinne, die der Rede, Fortbewegung, dem Ergreifen von Dingen, dem Ausstoß und der Erzeugung dienen;
(c) die fünf Aspekte des "pranas" der Universallebenskraft - "prana", das die universale Vitalität in die Person einfügt und sie zu reicheren Leben anreizt; "apana", das sie dazu führt, ihre Energie aufzuwenden und so zum Tode tendiert; "samana", das die einkommenden und ausgehenden Kräfte reguliert und soweit wie möglich ein Gleichgewicht des Austauschs erhält; "vyana", welches die vitalen Energien durch eine durchdringende Bewegung im System verteilt; und "udana", die feinste Form von allen, die als die Stärke menschlicher Aspiration zum Göttlichen und eines geheimen Kanals der Kommunikation zwischen dem physischen Leben und dem größeren Leben des Spirits dient;
(d) das vierfache "antahkarana" oder innere Instrument des Bewußtseins - "citta", der der bewussten Werte der Primärvalenzen aufnahmefähige und in sinnhaften und emotionalen Ausdrücken rückwirkende Grundgeistesstoff; "manas", der wahrnehmende Geist, welcher als ein subtiler sechster Sinn dient, der das gewöhnliche menschliche Bewußtsein sowohl sammelt als auch übersteigt; "buddhi", die reine intellektuelle Kraft, alle Erfahrung und alles Denken zu kritisieren und zu koordinieren, - kurz, der intelligente Wille, der dazu bestimmt ist, die Aufsicht über unser Bewußtsein zu haben; und schließlich "ahankara", der Egosinn, der die empirische Erfahrung von einem begrenzten Körper, Leben und Geist bildet.

7. "Taijasa" ist das Bewußtsein der subtilen und unterschwelligen Ebenen, die hinter der Welt der von der physischen Mentalität dominierten äußeren Realität sind und die ihre eigenen verfeinerten Gegenstücke in Objekten und Mitteln der Erfahrung haben. Das Unterschwellige hat Ebenen von Leben und Geist, mit zutiefst geheimen Winkeln, die die Ebene der Seele, der Psyche genannt werden können und die Möglichkeiten der Göttlichen Freude jenseits der subtilen Welt enthält.

8. "konzentriert", weil das ruhige Innenbewußtsein, - in Bezug auf das was wir im träumenden Schlafzustand sind und womit unsere gewöhnliche Mentalität, dadurch daß sie ungenügend entwickelt oder verfeinert ist, außerstande ist Kontakt zu halten, - das der ultra-geistigen Ebene angemessen zum göttlichen Willen ist, der vom Inneren aller Existenz schafft und in sich das vereinheitlichte Ziel erhält, zu dessen Erfüllung das ganze Universum tendiert. Es besitzt die Wahrheit der Dinge in seiner integralen Einheit, der Wahrheit, die sich selbst durch ihr eigenes ultra-mentales Gesetz, durch die subtilen und die äußeren Manifestationen ausarbeitet.

9. Der Sanskrit Ausdruck ist anandamaya, das die Substanz von formender Freude bedeutet. Diese Freude ist die selbstexistente Glückseligkeit gemäß zur göttlichen Natur, die das Universum dadurch manifestiert, daß sie sich durch die konzentrierte Energie des kausalen Willens verbreitet. Es ist die Ebene des freien Zusammenspiels von göttlicher Liebe, wo jeder in allen ist und alle in jedem, auf der einen Seite die Aktion von Vielfalt-in-Einheit unterstützend, durch welches der kausale Wille schafft und auf der anderen, das eine höchste Bewusste Wesen, worin alle alles sind.

10. Der Ausdruck "prajna" mit Bezug auf den Kontext bedeutet, das Bewußtsein das bei seiner inhärenten Qualität, die göttlich manifestierte Quelle aller anderen Manifestationen des Bewußtseins ist und so der Herr oder "iswara" von Allem, der in seinem eigenen Wesen, alle Weisheit und Freude konzentriert, die er im Schöpfungsakt auslöst. Von seinem Bewußtsein sind die zwei besonderen Modi internen und externen Bewußtseins abgeleitet, gemäß "taijasa" und "vaisvanara". Das in seiner eigentlichen Wesenseigenschaft, "Prajnisch", oder Ursprung aller anderen Formen bewusster Manifestation inhärente Weltbewußtsein, ist in seiner höchsten Schöpferkraft die vereinheitlichte Bedingung, die den von supernaler Freude geworfenen Samen der Schöpfung enthält. Alle diese verschiedenen Schattierungen werden in Vers 7 vorgebracht, welcher durch einen Prozeß der Beseitigung, das Bewußtsein zu definieren beginnt, das sogar dem von Prajna grundlegend ist und das eigentliche Selbst-Wesen ist, das den Stoff allen Selbst-Werdens formt, - das extra-kosmische Unveränderliche, aus dem bei einem unvergleichlichen Wunder, sich die endlose Geschichte vom Kosmos fortsetzt.

11. Advaitam: Es ist unrichtig, zu sagen, daß dieser Ausdruck Das bezeichnet, welches niemals Vielzahl manifestiert; er kann zumindest mit gleicher Richtigkeit bedeuten, Das welches eine Einheit bleibt, obwohl es sich in Gestalt der Vielzahl manifestiert. Denn die erste Interpretation bringt uns unnötigerweise in eine kategorische Ablehnung empirischer Realität und ist sogar einem tertullianisches Credo quia absurdum (Ich glaube, weil es absurd ist) verwandter, als das offene mystische Vertrauen des Letzteren zur Allmacht. Die zweite Interpretation leugnet keine empirische Realität, aber weigert sich ihre scheinbare Vielzahl, als mehr als eine typische Einheit des obersten Bewußtseins zu akzeptieren. Dennoch suggeriert advaitam einfach Das, außer und über dem es nichts anderes oder zweites gibt; Das, indem es nichts gibt, das in Essenz nicht sein eigenes Wesen ist.

12. Diese seltsame Hervorhebung lenkt die Aufmerksamkeit auf die Tatsache, daß der vierte Zustand das gleiche ist, wie die yogische Trance der Absorption in das Göttliche und uns die Realität in seiner endgültigsten Natur gibt, in seiner letzten und grundlegenden Form, wie von seinen drei anderen Formen unterschieden, sozusagen in seiner Grundselbstheit; aber es muß auch daran erinnert werden, in ihrer Grundselbstheit unter den Bedingungen der exklusiven Absorption, die die tiefste Trance normalerweise charakterisiert, so daß der Inhalt seiner Realisierung ziemlich unnatürlich sozusagen in vacuo gehalten wird. Dies zu vergessen wäre, die Metaphysik der Mandukya Upanischade von Anfang bis Ende mißzuverstehen.

13. Das Selbst oder der Atman ist nicht nur "Es" sondern auch "Er", weil die oberste Essenz selbst-bewußt und selbst-erfreuend ist und als solches nicht lediglich die unpersönliche Gemeinsamkeit ist, die die ewige Basis aller scheinbaren Unterschiede ist, aber ebensogut die ursprüngliche unendliche Person, aus deren Substanz von unendlicher Selbstheit heraus, alle bestimmten Formulierungen von uns als abgeleitet betrachtet werden und deren durchdringende Gegenwart, wie eine andere Upanischade sagt: "wahrlich ein aufgerichteter Blitzschlag, vor dem der Wind vor Furcht bläst und den Sonne vor Furcht scheint" zu sein scheint.

14. Das Wort OM ist im Sanskrit eine Euphonie (Wohlklang) von drei Buchstaben, die als grundlegend zur Sprache gehalten werden und deshalb symbolisch in ihrer Kombination wie auch gesondert, von der vierfachen Natur des Welt-Logos sind, "dem Wort, das am Anfang war," in beiden seiner gesprochenen und unausgesprochen Aspekte. Weitere Erläuterung wird im Kommentar gegeben.

15. Amatra: "unsibiliert", das "ungeteilt" bedeutet, denn wenn A, U und M als OM gesprochen werden, wird ein einzelner Klang produziert, sinnbildlich für die einzelne doch vierfache Wahrheit des Seins.

16. Avyavahdrya: übersetzt "unzusammenhängend" in Vers 7, bedeutet im Ganzen, ohne Kommunikation und Handel mit irgend etwas existierend, das von einer sich ändernden Existenz von Notwendigkeiten und Beschränkungen frei ist, weil Atman es in seiner Wesenhaftigkeit erreicht, von den unwissenden Beziehungen und dem Wandel gemäß der Phänomene unberührt zu bleiben. Es ist nicht einmal relativ zum Wissen im geistigen Sinn, denn wie Yajnavalkya in der Bribadaranyaka Upanischade bittet: "wie kann man den endgültigen Kenner in sich erkennen, außer in der bloßen Tatsache und Realisierung der Kenner (selbst) zu sein?"

17. Prapanchopashama: übersetzt "frei von trügerischen Mutationen" in Vers 7. In indischer Philosophie wird der Zustand, im Spiel der Vielzahl beim Vergessen der Grundeinheit des Selbstes gefesselt zu werden, die Unwissenheit genannt. Aber Atman soll vom verwirrenden Einfluß der mobilen Welt von Phänomenen, frei und ungetäuscht und durch Änderungen nicht beunruhigt, in einem Zustand des erhellten Friedens sein. Es gibt keinen Hinweis von steriler Immobilität im reinen Sanskrit Ausdruck: um ihn dort zu sehen, muß man voreingenommen genug sein, Ruhe mit passiver Impotenz zu verwechseln. Die Upanischaden machen in der Regel keinen Friedhof und nennen ihn Frieden. Wie sogar die Mandukya nicht wirklich dem widerspricht, was sie am Anfang gesagt hat, - nämlich, daß die Transzendenz dieses OM's von raum-zeitlicher Aktivität, es nicht desto weniger erfaßt, - wird der Kommentar erläutern.

18. Der Ausdruck Weda, der bei der abschließenden Phrase von jedem der letzten vier Verse verwendet wird, bezeichnet nicht den Akt bloßen geistigen Wissens. Er bedeutet ursprünglich Realisierung durch die Identifizierung des Bewußtseins mit dem Objekt, eine geheime Beziehung und Einblick in die Wahrheit der Erscheinung. So wenn der universale Vaischwanara auf diese Art von der Person mittels Yoga erkannt wird, hört alles Begehren und Verlangen auf, weil die Egobegrenzung überstiegen ist und das ganze Universum im kosmischen Bewußtsein besessen wird und es nicht danach verlangt physisch besessen zu sein. Ebenso führt die Realisierung des universalen Taijasas zur Einheit mit der Innennatur der ganzen kosmischen Bewegung, einer Identifikation vom Zweck der Person mit dem Universalspiel der Subjektivität, welches durch eine scheinbare Kollision von einzelnen Zentren, das Fiat des Allwissenden überträgt; durch dieses innere Mitgefühl wird das ganze organische Leben vom Körper, in sowohl seinen äußeren als auch subtilen Aspekten, mit dem Sinn der Göttlichkeit erhellt, die hinter der subjektiven Ebene ist. Die Realisierung von Prajna, dem Transzendenten, der der universale Herr ist, läßt zur gleichen Zeit am kreativen Ursprung jenseits der Werdeformen des Universums teilhaben und ein bewusstes Zentrum der makrokosmischen Form seiner eigenen mikrokosmischen Göttlichkeit sein; daher ein bewusstes Maß aller von ihrer innersten Wahrheit und ihrem unterstützenden Prinzip der Führung besessenen Dinge. Schließlich erweckt einen die Realisierung des obersten Selbstes zur endgültigen Essenz und führt zur vollständigsten möglichen Identifikation, weil das Ziel der Realisierung der Upanischaden, das Selbst von einem selbst ist.


Zur Anregung für weitere Forschung gebe ich hier den Inhalt des Büchleins wieder. Sie können diese Schrift auf der Bestellseite erwerben. Sie wird dort als e-book wie auch als Broschüre angeboten..

  1. The Right Setting and the True Implications
  2. The Mathematics of Infinity
    The Correct Sense of 'Immutable'
    The Two Hemispheres
    The Vedic Vedanta
  3. The Vedic Vedantic Truth of the Mandukya
    Appendix- Sri Aurobindo's Translation of the Hymn to Vishnu - Rig Veda 1.154
  4. The Fourfold Atman
    The Individual in the Eternal
    Brahman as Brahmaloka
    The Mandukya's Pointers Towards an Integral Spirituality

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