Eine intelektuelle Definition des Brahman
Begriffes.
Ein Artikel erschienen auf der indischen Seite
Saksivc
Aber was ist Brahman?
Welche Realität auch immer in Existenz ist, durch welche aller Rest besteht, das ist Brahman. Ein Ewiges hinter allen Instabilitäten, eine Wahrheit die impliziert ist, wenn sie in allen Erscheinungen versteckt wird, eine Konstante, welche alle Mutationen unterstützt, aber nicht zunimmt, abnimmt, aufgehoben wird - es gibt solch ein unbekanntes X, das Existenz zu einem Problem, unser eigenes Selbst zu einem Geheimnis, das Universum zu einem Rätsel macht. Wenn wir nur das wären, was wir für unsere normale Selbsterkenntnis zu sein scheinen, gäbe es kein Geheimnis; wenn die Welt nur das wäre, was von den Wahrnehmungen der Sinne verstanden würde und ihrer strengen Analyse in der Vernunft, gäbe es kein Rätsel; und wenn wir unser Leben nehmen, wie es jetzt ist und die Welt wäre, so weit sie sich unserer Erfahrung erschlossen hat, die ganze Möglichkeit unseres Wissens und Tuns, gäbe es kein Problem. Oder bestenfalls gäbe es nichts anders als ein seichtes Geheimnis, ein leicht gelöstes Rätsel, nur das Problem eines Kinderrätsels. Aber es gibt mehr und daß mehr ist das versteckte Haupt der Unendlichkeit und das geheime Herz des Ewigen. Es ist das Höchste und dieses Höchste ist das Ganze; es gibt keines darüber und es gibt keines außer ihm. Es zu kennen heißt, daß Höchste zu kennen und durch Kennen des Höchsten alles zu kennen. Denn da es der Anfang und der Ursprung von allen Dingen ist, so ist auch alles sonst seine Folge; da es die Unterstützung und der Bestandteil aller Dinge ist, ist so das Geheimnis von allem sonst bei seinem Geheimnis erklärt; da es die Summe und das Ende aller Dinge ist, bezieht sich alles sonst darauf und erlangt, indem es sich da hineinwirft, den Sinn seiner eigenen Existenz.
Dies ist das Brahman.
Wenn dieses Unbekannte einzig ein Unentzifferbares wäre, nur ein undefinierbares X, für immer unbekannt und unerkennbar, weches uns das Versteckte niemals offenbaren und das Geheimnis niemals enthüllen würde, dann würde unser Geheimnis für immer ein Geheimnis bleiben, unser Rätsel unlöslich, unser Problem immateriell sein. Seine Existenz, sogar während es alles bestimmt was wir sind, wissen und tun, könnte doch für uns keinen praktischen Unterschied machen; denn unser Verhältnis zu ihm, wäre dann eine blinde und hilflose Abhängigkeit, eine uns an Unkenntnis bindende und nur von dieser Unkenntnis abhängige Beziehung. Oder nochmal, wenn es in irgendeiner Weise erkennbar wäre, aber das einzige Ergebnis des Wissens ein Auslöschen oder ein Verschwinden unseres Wesens wäre, dann könnte es innerhalb unseres Wesens keine Folgen haben; der bloße Akt und die Schwankung des Wissens, würde die Vernichtung von allem das wir jetzt sind, nicht seine Vollendung oder Erfüllung bringen. Das Geheimnis, Rätsel, Problem würde nicht gelöst, sondern abgeschafft, denn es würde alle seine Daten verlieren. In Wirklichkeit sollten wir annehmen, daß es eine ewige und unversöhnliche Opposition zwischen Brahman und dem was wir jetzt sind, zwischen der obersten Ursache und allen ihren Wirkungen oder zwischen dem obersten Ursprung und allen seinen Ableitungen gibt. Und es würde dann scheinen, daß alles, das der Ewige hervorbringt, unterstützt, zu sich zurücknimmt, eine Ablehnung oder ein Widerspruch seines Wesens ist, welches, obwohl ansich ein Negatives dessen das allein ist, doch auf irgendeine Weise ein Positives wurde. Die zwei könnten nicht im Bewußtsein koexistieren; wenn er der Welt erlaubte, Ihn zu erkennen, würde sie vom Dasein verschwinden.
Aber der Ewige ist erkennbar, Er definiert sichselbst, sodaß wir ihn ergreifen können und der Mensch kann, sogar während er als Mensch und in dieser Welt und in diesem Körper existiert, ein Kenner vom Brahman werden.
Die Kenntnis vom Brahman ist kein leuchtendes, sonst aber müßiges Ding, das die intellektuelle Ansicht in Kenntnis setzt, aber sonst ohne Folge für die Seele der Person oder ihrem Leben ist; es ist ein Wissen, das eine Macht ist und ein göttlicher Zwang zur Änderung; bei dem gewinnt ihre Existenz etwas, das sie noch nicht im Bewußtsein besitzt. Was ist dieser Gewinn? Es ist dies, daß sie jetzt nur in einem niederen Zustand bewusst ist, aber durch Wissen ihr höchstes Wesen gewinnt.
Der höchste Zustand unsers Wesens ist nicht eine Ablehnung, ein Widerspruch und eine Vernichtung von allem, das wir jetzt sind; es ist eine oberste Vollbringung von allen Dingen, die unsere gegenwärtige Existenz bedeutet und auf die sie abzielt, aber in derem höchsten Sinn und ewigen Werten.
In unserem gegenwärtigen Zustand des Selbstbewußtseins zu leben, heißt in Unwissenheit zu leben und zu handeln. Wir sind über uns in Unkenntnis, weil wir bisher nur das in uns kennen, das sich immer von Moment zu Moment, von Stunde zu Stunde, von Periode zu Periode, von Leben zu Leben ändert und nicht das in uns, welches ewig ist. Wir sind über die Welt in Unkenntnis, weil wir Gott nicht kennen; wir kennen die Gesetz von Erscheinungen, aber nicht das Gesetz und die Wahrheit des Seins.
Unsere höchste Weisheit, unsere kleinste höchst genaue Wissenschaft, unsere wirksamste Anwendung des Wissens, kann höchstens eine Verdünnung vom Schleier der Unwissenheit sein, aber nicht ein Darüberhinausgehen, so lang wie wir nicht am Grundwissen und Bewußtsein ankommen, in dem das heimisch ist. Das Übrige ist für seine eigenen zeitweiligen Zwecke wirksam, erweist sich aber am Ende als unwirksam, weil es nicht zum höchsten Wohl gelangt; es führt zu keiner permanenten Lösung des Problems der Existenz.
Die Unkenntnis in der wir leben, ist keine unbegründete und umfassende Falschheit, aber zumindest die Verfälschung einer Wahrheit und zuhöchst eine unvollkommene Vertretung und Übersetzung in untergeordnete und in diesem Ausmaß irreführender Werte. Es ist nur eine Kenntnis vom Oberflächlichen, und deshalb ein Vermissen der geheimen Notwendigkeit, die der Schlüssel zu allem ist, das sich das Oberflächliche bemüht zu erringen; eine Kenntnis vom Begrenzten und Offensichtlichen, aber ein Vermissen von allem, das das Offensichtliche symbolisiert und das Begrenzte suggeriert; eine Kenntnis von minderen Formen, aber ein Vermissen von allem, das unser minderes Leben und Wesen darüber hinaus besitzt und zu welchem es streben muß, wenn es seine größten Möglichkeiten erfüllen soll. Das wahre Wissen ist das vom Höchsten, vom Innersten, vom Unendlichen. Der Kenner Brahmans sieht alle diese niederen Dinge im Licht des Höchsten, die äußersten und oberflächlichsten als eine Übersetzung der internen und wesenhaften, die Endlichen aus der Sicht der Unendlichkeit. Er beginnt Existenz nicht mehr als das denkende Tier zu sehen und zu erkennen, aber wie der Ewige sie sieht und kennt. Deshalb ist er froh und reich im Wesen, leuchtend an Freude, im Dasein zufrieden.
Wissen endet nicht damit zu wissen, noch wird ihm wegen des Wissens allein nachgegangen. Es hat seinen vollen Wert nur dann, wenn es zu irgendeinem größeren Gewinn führt als es selbst, zu einem Gewinn des Wesens. Einfach nur um den Ewigen zu kennen und im Schmerz, Kampf und der Unterlegenheit unserer gegenwärtigen Seinsart zu bleiben, wäre ein armer und schwacher Vorteil.
Ein größeres Wissen öffnet uns die Möglichkeit und bringt, wenn wirklich besessen, die Realität von einem größeren Wesen. Zu sein ist das erste Verb, das alle anderen enthält; Wissen, Aktion, Schöpfung, Genuß sind nur eine Erfüllung des Seins. Da wir unvollständig im Wesen sind, ist zu Wachsen unser Ziel und jenes Wissen, Tun, jene Schöpfung, jener Genuß sind am besten, welche uns zumeist helfen, unsere Existenz auszudehnen, zu vermehren und zu fühlen.
Bloße Existenz ist kein erfülltes Sein. Sein kennt sich als Kraft, Bewußtsein, Freude; ein größeres Wesen meint eine größere Kraft, Bewußtsein und Freude.
Wenn wir dadurch, daß wir größer wären, nur einen größeren Schmerz und größeres Leiden auf uns zögen, wäre dieses Wohl nicht wert zu besitzen. Jene, die das sagen, meinen einfach, daß wir dadurch einen größeren Sinn der Erfüllung bekommen, die eine größere Freude der Kraft der Existenz und eine Erweiterung zu leiden oder einen Verlust an anderen Genuß bringt, welches als Preis für diesen größeren Sinn von Weite, Höhe und Kraft zu haben Wert ist. Aber dies könnte nicht die Vollkommenheit des Wesens oder die höchste Höhe seiner Erfüllung sein; Leiden ist das Siegel von einem niederen Status. Das höchste Bewußtsein wird in Weite und Macht seiner Existenz integral erfüllt, aber es wird auch integral in der Freude erfüllt.
Der Kenner Brahmans hat nicht nur die Freude vom Licht, aber gewinnt etwas, das als das Ergebnis seines Wissens immens ist, brahma vid apnoti.
Was er gewinnt ist das Höchste, jenes das zuoberst ist; er gewinnt das höchste Wesen, das höchste Bewußtsein, die höchste Weite und Macht des Seins, die höchste Freude; brahmavid apnoti param.
Das Höchste ist nicht etwas, das unnahbar und in sich verschlossen ist. Es ist nicht ein bloßes Undefinierbares, Gefangener seiner eigenen Absolutheit ohne besondere Merkmale, impotent zu definieren, zu schaffen, sich unterschiedlich zu kennen, ewig in einem Schlaf oder einer Ohnmacht von Selbstabsorption vergraben. Das Höchste ist die Unendlichkeit und die Unendlichkeit enthält das Ganze. Wer immer zum höchsten Bewußtsein gelangt, wird im Wesen unendlich und umarmt das Ganze.
Um dieses klar zu machen, hat die Upanischade das Brahman als Wahrheit, Wissen, Unendlichkeit definiert und das Ergebnis des Wissens über Ihn als Genuß der Seele der Person all ihrer Begierden, beim Erlangen ihrer höchsten Selbstexistenz in der Höhle des Wesens, in der Verschwiegenheit, im obersten Äther, definiert.
Unser höchster Zustand des Wesens, ist in der Tat ein Einswerden mit Brahman in seiner Ewigkeit und Unendlichkeit, aber er ist auch eine Beziehung zu ihm in der Freude der Erfüllung, ashnute saha brahmana. Und dieses Prinzip des Ewigen, bei welchem diese Verbindung möglich ist, ist das Prinzip seines Wissens, seiner Selbstwahrnehmung und aller Wahrnehmung, die Weisheit bei der er sich in aller Welt und allen Wesen vollkommen kenntbrahmana vipaschita.
Seinsfreude ist der Kontinent von allen erfüllten Werten der Existenz, die wir jetzt in Form des Begehrens suchen. Ihre Bedingungen zu kennen und sie rein und vollkommen zu besitzen, ist das unendliche Privileg der ewigen Weisheit.
Author: Schri Aurobindo