Das Mittel zur Realisierung

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Vedanta ist lediglich eine intellektuelle Zustimmung, ohne Yoga. Die wörtliche Enthüllung von den wahren Beziehungen, zwischen dem Einen und den Vielen, die intellektuelle Anerkennung der Enthüllung und die dogmatische Bestätigung der Beziehungen, führen uns nicht über die Metaphysik hinaus und es gibt kein menschliches Streben, welches unfruchtbarer und alberner ist, als Metaphysik als Spiel mit Worten und Gedanken und lediglich als intellektueller Zeitvertreib geübt, ohne Absicht von einem lebenserfüllenden Gedanken oder unseren inneren Zustand und unsere äußere Aktivität durch das Wissen zu formen, das wir intellektuell akzeptiert haben. Es ist einzig mittels Yoga, daß die Erfüllung und das Formen unseres Lebens und Wesens, in der Art der wahren Beziehungen zwischen Gott und der Seele möglich werden können. Deshalb hat jede Upanischade, sowohl ein Element des Yogas als auch ein Element des Sankhya, der wissenschaftlichen Psychologie insich, in welcher Yoga begründet ist. Vedanta, die Erkenntnis der Beziehungen zwischen Gott selbst und Gott in der Welt, - Sankhya, die wissenschaftliche, philosophische und psychologische Analyse jener Beziehungen und dem wissenschaftlichen, philosophischen und psychologischen Yoga, von den Rischis auch Yajna genannt, deren praktische Anwendung im sozialen Leben, bei religiöser Verehrung und persönlicher Disziplin und Selbstvervollkommnung, - war und ist immer auch die ganze Substanz der hinduistischen Religion gewesen. Was immer wir von Gott wissen, sollten wir in jeder Weise auch sein und leben, dies ist nahezu das gemeinsame Dogma aller hinduistischen Sekten und Schulen jeder Art.

Wenn wir dies also von Gott und uns wissen, daß wir und Er eines sind, so 'ham asmi, aber von einer Bewegung des Ichbewußtseins getrennt, das unsere nach vorn gerichtete aktive Bewegung des wachen Leben, vom großen Leben dahinter unterscheidet, das alles kennt und umarmt, dann wird das oberste Ziel und die oberste Bedeutung jeder individuellen Existenz, diesen Einklang in unserem wachenden Zustand wiederherzustellen. Nichts, das lediglich mit der Bewegung der Trennung verbunden ist, vermag einen Einfluß auf uns haben; weder unser körperliches Leben und unsere Gesundheit, noch unser Familienwohl, noch unser Gemeindewohl, ließe sich mit dieser immensen Erfüllung vergleichen; sie können nur als Mittel oder Bewegungen in der Selbst-Erfüllung von Bedeutung sein.

Wenn wir weiter wissen, daß durch Wiederherstellen unseres geheimen Einklangs mit Gott, wir auch eins mit der Welt sein werden und daß Haß, Kummer, Furcht, Beschränkung, Krankheit, Sterblichkeit, die Schöpfungen der geteilten Bewegung, nicht länger in der Lage sein werden, ihr Joch auf uns auszuüben, dann wird die Preisgabe von allem anderen für diese eine nötige Sache, nicht nur das oberste Ziel und die oberste Bedeutung des menschlichen Lebens, aber unser einzig wahres Interesse. Selbst wenn wir, wie es wahrscheinlich ist, nicht in einer Geburt zur Fülle dieses großartigen Ergebnisses gelangen können, ist es doch klar, daß sogar einwenig Fortschritt in dieser Richtung, eine immense Änderung in unserem Leben und inneren Erfahrung bedeuten und das Opfer und die Arbeit gut wert sein muß. Wie die Gita voll Kraft sagt: "Ein wenig dieser Lebensregel, errettet den Menschen aus seiner großen Furcht." Wenn ein Mensch weiterhin weiß, daß alle Menschheit zu dieser Vollendung zu gelangen bestimmt ist und er, eins mit dem Leben dieser Menschheit genannten göttlichen Bewegung seiend, muß es Teil seiner Selbst-Erfüllung sein, zu welcher Seinsfülle, Wissen, Macht oder Glück er auch gelangen kann, dieses auf seine Mitmenschen auszugießen. Es ist auch sein Interesse, denn da die Menschheit aus einem Stück gemacht ist, ist es schwierig, daß die Person hier zur Fülle des Lebens gelangt, wenn die Rasse für ihn eine Atmosphäre von Dunkelheit, Unruhe und grundlegender Inanspruchnahme mit den Sorgen einer halb intellektualisierten Tierexistenz schafft. So stark ist diese Atmosphäre in der Eisenzeit geworden, daß es die Regel ist, daß die Person, die ihre eigene Rettung sucht, sich vom Leben und Gesellschaft trennt und sich einzig mit der inneren Verwirklichung zufrieden gibt. Moderner Hinduismus ist deshalb in allen außer seinen stärksten Geistern, in die Vorstellung einer individuellen Rettung absorbiert. Aber unsere vedischen Ahnen waren von einem anderen Zeug. Sie hatten immer ihr Auge auf der Person in der Rasse. Nichts ist bemerkenswerter im Weda als die absolute Indifferenz und selbst Irritation, mit denen Singular und Mehrzahl vom Sänger verwendet werden, als ob "Ich" und "Wir" in der Bedeutung identisch wären und die Beharrlichkeit, mit der sich der Rischi (der Seher) für eine repräsentative Seele der visham devayatinam, der Menschen die nach der Gottheit suchen hält. Wir finden denselben Wechsel in der Ischa vom singulären "pashyami" der erfolgreichen repräsentativen Seele, die ihren Einklang mit Gott im Plural asman realisiert, wenn er sich hinwendet, für die gleiche Lauterkeit und das gleiche Glück seiner Mitmenschen zu beten. Unser Ideal ist deshalb darauf gerichtet, - eins mit Gott zu werden und individuell das göttliche Leben zu führen, aber auch anderen zur göttlichen Verwirklichung zu verhelfen und auf jeden Fall, die Menschheit für das Königreich Gottes auf der Erde vorzubereiten - satyadharma, satyayuga.

Unser Mittel ist Yoga. Yoga heißt nicht, wie der gewöhnliche Geist sich oft vorstellt, sich in einem Zimmer zu verschließen oder sich in einem Kloster oder einer Höhle zu isolieren und durch gewisse festgelegte geistige und körperliche Übungen zu gehen. Dies sind lediglich bestimmte und spezialisierte Arten yogischer Übung. Die geistigen und körperlichen Übungen von Rajayoga und Hathayoga, sind Übungen von großer Macht und von großem Nutzen, aber sie sind nicht unentbehrlich. Sogar Einsamkeit ist nicht unentbehrlich, und absolute Einsamkeit grenzt unser Mittel und unseren Umfang der Selbst-Erfüllung ein. Yoga ist die Anwendung, mit welchem Mittel auch immer, von Vedanta für das Leben, um sich in irgendeine Art Berührung mit der hohen, einen, universalen und transzendenten Existenz in uns und außerhalb von uns, bei unserem Fortschreiten zur endgültigen Einheit zu bringen. Jegliche religiöse Verehrung, ernsthaft geübt, jede emotionale, intellektuelle und spirituelle Verwirklichung von dem, das höher als wir selbst ist, jede stetig geübte Zunahme wesentlicher Kraft, Reinheit, Liebe oder Wissens, alles Opfer und Selbst-Übersteigen, kommt irgendeiner Form des Yogas gleich. Aber Yoga kann mit Wissen oder ohne Wissen, mit einem höheren unmittelbaren Objekt oder mit einem niederen unmittelbaren Objekt, für ein teilweises höheres Ergebnis oder für die vollste göttliche Vollkommenheit und Glück ausgeübt werden. Yoga ohne Wissen, kann niemals die Kraft des Yogas mit Wissen haben; Yoga mit dem niederen Objekt, niemals die Kraft des Yogas mit dem höheren Objekt; Yoga für ein Teilergebnis, niemals die Kraft des Yogas für das volle und perfekte Ergebnis. Aber sogar in seinen niedersten, höchst unwissenden oder engsten Formen, ist es immer noch ein Schritt in Richtung Gottes. (Sri Aurobindo)

Aus dem Buch Kena and Other Upanishads Pondicherry/India

Übersetzt von R.Helmecke

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