chat

Kiki und andere Geschichten

Katzensprünge


Auf den Gesprächen der Mutter und Schri Aurobindos basierend.
(Die Mutter führte jahrzehntelang den Aschram von Schri Aurobindo in Pondicherry/Indien. A.d.Üb.)

Die Mutter sagte einmal : ".....ich versichere euch, daß ich sehr selten in menschlichen Wesen einige der Tugenden gesehen habe, die ich in Tieren gesehen habe. Sehr schlichte, anspruchslose Tugenden. Zum Beispiel bei den Katzen. Ich habe Katzen sehr genau studiert und wenn man sie richtig versteht, sind sie fabelhafte Kreaturen. Ich kannte Katzenmütter die sich für ihre Babys geopfert haben....Ich habe eine Katzenmutter gesehen, die niemals ihr Futter anrührte, bis ihre Babys alles bekommen hatten was sie brauchten. Ich habe eine andere Katze gesehen, die acht Tage neben ihren Kätzchen blieb, ohne irgendwelche ihrer Bedürfnisse zu befriedigen, da sie ängstlich war sie alleine zu lassen; und eine Katze die mehr als 50 Mal den gleichen Vorgang wiederholte, um ihren Jungen zu lernen, von einer Mauer zum Fenster zu springen und ich möchte hinzufügen, mit einer Sorgfalt, einer Intelligenz, einer Fertigkeit, die nichtmal viele ungebildete Frauen haben."

Hier sind einige Geschichten die sie uns erzählte:

 

Katzenbalken

1. Die Übung

Dies ist die Geschichte einer Katze, die ihren Kleinen eine wunderbare Mutter war.

Liebevoll kümmerte sie sich um ihre Babys, als sie noch winzige, kleine Kätzchen waren. So bald sie anfingen herumzulaufen und anfingen zu spielen, lehrte sie ihnen ihr Futter zu bekommen, ihr Fell zu reinigen und auf solch eine Art und Weise auf schmalen Mauern zu laufen, daß sie nicht fallen würden.

Später wollte sie ihnen lernen von einer Mauer zur anderen zu springen. Sie brachte sie zu einer Mauer. Zuerst sprang sie über eine kleine Distanz, zu einer anderen Mauer und rief dann ihren Kätzchen zu dasselbe zu tun. Die Kleinen sahen die Kluft zwischen den beiden Mauern und waren ängstlich. Sie wollten nicht springen.

Sie rief sie nochmal: "Kommt, kommt - springt!" Aber sie bewegten sich nicht. Sie sprang zurück.

"Jetzt schaut her, meine kleinen Haustierchen, es ist nicht schwierig. Versucht es, vorwärts!"

Aber die Kätzchen sprangen nicht.

"Oh! Seit ihr ängstlich? Kommt, ich zeige es euch nochmal. Es gibt nichts zu befürchten. Schaut, wie ich es tue." Sie wölbte ihren Körper, bereit zum Sprung.

"Schaut, seht wie ich es tue. Schaut auf meine Füße und Rücken," schien sie zu sagen und sah liebevoll zu ihren Babys. Dann sprang sie in die Luft, glitt sanft zur anderen Seite und landete weich auf der Mauer. Sie schnurrte: "Kommt, kommt jetzt. Versucht es."

Die Kätzchen kamen näher an die Mauerecke, schauten in die Spalte herab und schritten schnell zurück.

Die Katzenmutter kehrte zu ihnen zurück.

"Schaut nicht nach unten. Ihr braucht nicht darunter zu springen. Schaut auf diese Mauer, das ist euer Ziel." Dann gab sie eines ihrer Kätzchen einen kräftigen Klaps und stieß sie. Das Kätzchen sprang und erreichte die andere Mauer. Das zweite Kätzchen aber wagte sich immer noch nicht.

Die Katzenmutter versuchte es fast eine ganze Stunde lang. Zuletzt sprang das kleine Kätzchen und landete auf der anderen Mauer. Und dann sprang es wieder und wieder und wieder.

 

Katzenbalken

2. Die verspielten Kätzchen

Es war einmal eine sehr hübsche graue Katze. Das Grau ihres weichen Fells war einzigartig. Es war als ob Silber und Perlmuttpuder mit ihrem Fell vermischt war. Sie war in der Tat schön.

Eines Tages wurde dieses sanfte Miezchen krank. Ihre Mutter sagte zu den anderen Kätzchen: "Seht, sie ist krank. Geht und spielt irgendwo anders, damit sie ausruhen kann."

Die kleinen Kätzchen mit ihren großen weisen Augen schauten auf das kranke Pussikätzchen. Sie nickten sich einander in Übereinstimmung zu.

Und als sie anfingen zu spielen, verhielten sie sich zu dem kleinen, im Raum liegenden kranken Kätzchen ruhig und distanziert. Sie rannten rundherum und versuchten sich einander zu fangen, aber nicht einmal kamen sie ihr zu nahe.

Die verspielten Kätzchen sprangen, kämpften und jagten einander, aber sie machten keinerlei Lärm. Sie störten während ihres Spiels das kranke Kätzchen überhaupt nicht.

 

Katzenbalken

3. Die Katze und ihr Schwanz

Dann gab es da die andere Katze. Sie war eine große Schönheit, hatte aber ein Problem. Ihr Schwanz war der einer gewöhnlichen Katze, - ziemlich dünn und ganz und gar nicht der lange, prächtige einer hübschen Katze.

Eines Tages stand die Mutter (gemeint ist die Mutter des Schri Aurobindo Aschrams) am Fenster und die hübsche Katze war nahe bei ihr. Unten im Garten schritt eine herrliche Katze herein, die dem Nachbarn gehörte. Sie hatte drei deutlich markierte Farben und dazu einen passenden wunderbaren, langen dicken Schwanz. Sie spazierte wie eine Königin mit einer hinter ihr gleitenden Fellschleppe.

Die Mutter bemerkte: "Oh! Wie hübsch. Welch ein wunderbarer Schwanz. Siehst du wie hübsch sie ist!"

Nach einigen wenigen Monaten, hatte die dünnschwanzige Katze zwei Kätzchen. Und eine dieser winzigen Pussikatzen, glich genau der Nachbarkatze. Es hatte drei deutlich gekennzeichnete Farben und einen langen buschigen Schwanz. Wie dieses Wunder geschah, wissen wir nicht.

Vielleicht war es ein wenig geheim.

 

Katzenbalken

4. Die vornehme Dame

Die Mutter hatte einst eine Katze, die sich mehr wie eine vornehme Dame benahm, als eine Katze. Sie spazierte sehr würdevoll, ihren vornehmen Kopf dabei hochhaltend. Wenn sie schlief, kugelte sie sich nicht zusammen, wie es die Katzen gewöhnlich tun, sondern schlief mit ausgestrecktem und geradem Rücken die ganze Nacht durch, ohne sich zu bewegen.

Und dann kamen die Kätzchen. Sie liebte sie sehr und verließ sie nichtmal für einen Moment. Die ganze Zeit wurden die Kätzchen in der Nähe gehalten und beschützt. Vielleicht war sie ängstlich, daß ihre Kleinen sich verletzten konnten. Acht lange Tage stand sie neben ihren Kätzchen und bewegte sich nicht mal um Fressen zu suchen.

Die Mutter beobachtete diese liebevolle Umsorgung der Katze für ihre Kätzchen. Dann schien die Katze eines Tages eine Idee zu haben. Sie nahm ein Kätzchen beim Kragen, ging und legte es zwischen die Füße der Mutter. Sie kehrte zurück, nahm das zweite Kätzchen und legte es zwischen Mutters Füße. Danach kam die Reihe an das Dritte. Dann schaute sie mit ihren großen Augen zur Mutter, miaute und ging hinaus zur Futtersuche.

Sie war zufrieden. Ihre Kätzchen waren zu Füßen der Mutter. Das wußte sie, war ein sehr sicherer Platz.

 

Katzenbalken

5. Kiki

Vor langer Zeit hatte die Mutter eine ganz besondere Katze. Sie war in unserem Aschram geboren und wurde Kiki genannt. Sie war eine ganz außergewöhnliche Katze.

Zu der Zeit, plegte sich eine kleine Gruppe regulär zur Meditation mit der Mutter zu versammeln. Im Raum stand ein Sessel und Kiki plegte sich auf diesem Sessel einzurollen bevor die Anderen kamen und sich niederließen. Sie wartete nicht darauf, daß die Anderen kamen; sie war bereits tief in Meditation bevor die Anderen begannen. Wenn die Zeit der Meditation vorbei war, pflegten die Leute aufzustehen und zu gehen. Aber Kikki war immer noch in tiefer Trance. Was sah sie unter diesen geschlossenen Augen? Vielleicht den Mond und die Sterne, oder Hügel und Seen. Vielleicht starrte sie in einen goldenen Teich und sah dort Silberfeen!

Aus dieser tiefen Trance mußte sie die Mutter freundlich erwecken. Es wurde ihr etwas Speise angeboten, aber sie weigerte sich zu fressen. Möglicherweise war sie in dieser Meditation so glücklich, daß sie sich nicht hungrig fühlte. Sie ging geradewegs zu ihrem Sessel zurück und fiel wiederum in Trance.

Doch war diese weise Katze auch verspielt. Sie genoß es zu spielen und das nicht nur mit gewöhnlichen Dingen wie einem Wollknäuel, - sie liebte mit allem zu spielen das sich bewegte.

Einmal spielte sie mit einem großen schwarzen Skorpion! Die Mutter sah ihn und hob sie aus der Gefahrenzone. Dieses Mal war sie gerettet, bald aber wurde sie nochmal so verspielt.

Dieses Mal war die Mutter nicht in der Nähe. Kiki spielte mit dem Skorpion und wurde gestochen. Sie war in einem sehr schrecklichen Zustand. Aber sie war keine gewöhnliche Katze, sie wußte was zu tun war. Sie rannte zur Mutter und zeigte ihr ihre Tatze, genau an der Stelle wo sie gestochen war. Die Tatze war bereits geschwollen. Und was tat die Mutter?

"Ich nahm meine kleine Katze - sie war wirklich süß -, stellte sie auf einen Tisch und rief Schri Aurobindo. Ich sagte Kiki wurde von einem Skorpion gestochen, sie muß geheilt werden." Die Katze streckte ihren Nacken und schaute auf Schri Aurobindo, ihre Augen waren bereits etwas glasig. Schri Aurobindo setzte sich zu ihr und schaute auch auf sie. Dann sahen wir, wie diese kleine Katze sich schrittweise erholte, wiederauflebte und eine Stunde später auf ihre Füße sprang und gänzlich geheilt hinweg ging."


Aus Gesprächen Schri Aurobindos mit seinen Schülern

Jünger: Vielleicht wissen Sie, daß die Royal Society of Science, Herrn William die Erlaubnis verweigerte, der die Realität von medialen Phänomenen demonstrieren wollte.

Schri Aurobindo: Dasselbe Ding geschah in Deutschland. In Elberfeld gab es einen Mann, der Pferde zu trainieren pflegte, mathematische Ergebnisse zu berechnen, -- (natürlich waren es einfache Operationen). Er lud die Wissenschaftler ein; aber sie weigerten sich, daran zu glauben. Nicht nur lehnten sie es ab, sondern sie beklagten sich bei der Regierung darüber, daß damit aufgehört werden sollte, weil der Trainer einer unorthodoxen Untersuchungmethode folge!

Jünger: Maurice Materlinck ging selbst hin, um es zu sehen und sagte nachdem er es sah, daß er es vorher selbst nicht geglaubt hat. Er prüfte die Tiere durch Vorlegen seiner eigenen Zahlen und die von den Pferden gegebenen Antworten waren richtig. (siehe sein Buch -- "L ' Hote Inconna")

Schri Aurobindo: Es wird gesagt, daß Tiere nicht denken oder überlegen können. Es ist ganz und gar nicht wahr. Sie haben eine Intelligenz, die innerhalb enger Grenzen ihres Lebensbedarfs wirkt. Diese Fähigkeiten sind latent in den Tieren und sind nicht entwickelt worden, das ist alles.
Die Katzen haben eine eigene Sprache; sie äußern verschiedene Miauarten für verschiedene Zwecke. Zum Beispiel, wenn die Mutter ihre Kätzchen hinter einem Kasten verläßt und in einem besonderen Rhythmus miaut, dann verstehen die Kätzchen, daß sie sich nicht von dieser Stelle bewegen sollen, bis sie zurückkommt und die Laute wiederholt. Es ist durch Rhythmus, daß sie sich ausdrücken und sie verstehen die menschliche Sprache, wenn sie jedes Mal in einem eigenen Rhythmus gesprochen wird.
Sogar der Esel, von dem angenommen wird, daß er sehr dumm ist, ist ungewöhnlich schlau. Pferde und Esel wurden zusammen innerhalb einer Einfriedung eingegrenzt und das Tor wurde geschlossen um herauszufinden, ob sie hinauskommen konnten. Man fand heraus, während die Pferde hilflos waren, die Esel es waren, die durch das Umdrehen des Riegels das Tor öffneten.
Warum weit schweifen, sogar in unserem Aschram war Chikou, die Katze der Mutter, ungewöhnlich schlau. Eines Tages wurde sie in einem Zimmer eingesperrt und es wurde entdeckt, daß sie in genau auf dieselbe Weise versuchte das Fenster zu öffnen, wie die Mutter es zu tun pflegte. Offensichtlich hatte sie bevor sie zum Fenster ging und die Sache aufnahm, beobachtet wie es die Mutter tat.
Wir hatten, als wir in der Rue Suffrin lebten, von jemand, der im oberen Stockwerk einen Raum mit Glasfenster und eine Badezimmer am äußersten Ende gehabt hatte, eine im Haus zurückgelassene Hündin. Eines Tages fand sich diese Hündin ausgesperrt. Sie versuchte alle möglichen Einfälle, um in das Zimmer zu kommen, konnte aber nicht, da die Haupttür und die Fenster alle geschlossen waren. Da alle Versuche fehlschlugen, setzte sie sich vors Fenster und begann zu überlegen; wie kann man da einsteigen? Die Art wie sie saß und ihre Sitzhaltung zeigten eindeutig, daß sie nachdachte. Dann plötzlich erhob sie sich, als ob sie sagen wollte: Ah, da ist die Badezimmertür! Lass mich versuchen. Sie lief in diese Richtung. Die Tür dort war offen und sie kam hinein. Es sind die Europäer, die einen großen Unterschied zwischen Menschen und Tieren machen. Der einzige Unterschied ist, Tiere können keinen Begriff formen, nicht Lesen oder Schreiben oder Philosophieren (Gelächter).

Jünger: Aber sie können doch auch keinen Joga machen.

Schri Aurobindo: Ich weiß nicht. Während Mutter und ich meditierten, war eine Katze zugegen. Wir fanden, daß sie eigenartig wurde und in Trance fiel und fast am Punkt des Todes war, aber sie erholte sich wieder. Offensichtlich versuchte sie etwas zu empfangen.

Jünger: Von Maharshi's Kuh Lakschmi wird gesagt, daß sie sich vor ihm verbeugte. Von ihr wird sogar angenommen, daß sie ein alter Jünger von ihm in ihrem vorherigen Leben gewesen ist und Maharshi zugesellt war.

Auszug aus: "Evening Talks with Sri Aurobindo" von Purani

top

Zurück/Back


© Webside Literaturen