|
Schüler: Es scheint, politische Ideen und Ideale
sind nicht wert, dafür zu kämpfen. Tausende kämpften um
Demokratie und jetzt sind sie in Eile, es aufzugeben. Nichts scheint permanent
im politischen Feld zu sein. Aurobindo: So ziemlich. Alle menschlichen
Werte sind halbe Werte - sie sind relativ. Sie haben keine Dauerhaftigkeit oder
Widerstandsfähigkeit. Schüler: Vielleicht, wenn der Mensch
mehr mentalisiert würde, würde er die Dinge besser verstehen.
Aurobindo: Dadurch, daß er vergeistigt wäre ? Nein. Die
Schwierigkeit ist, daß der Mensch nicht den Prinzipien des Lebens folgt.
Schüler: Wie ist das gemeint? Aurobindo: Das Leben
schließt Kompromisse zwischen verschiedenen Elementen, aber der Verstand,
solange er alleine handelt, schließt keine Kompromisse. Der Verstand
nimmt eine Sache auf - (eine Idee oder Prinzipien oder irgend etwas
ähnliches) - und macht es absolut. Der Verstand betrachtet es als
ausgenommen und entgegengesetzt zu allen anderen Dingen. Hegel prahlte,
daß es in Europa gelungen wäre, die Vernunft vom Leben zu trennen
und man sieht ihre Philosophie, - sie hat nichts mit dem Leben zu tun; es ist
alles geistige Gymnastik, sie bildet keinen Teil des Lebens. Während in
Indien Philosophie immer ein Teil des Lebens gewesen ist; sie hat ein Ziel. In
der politischen Philosophie Europas findet man, wenn sie Demokratie
akzeptieren, ist es allein Demokratie - der ganze Rest ist ihr entgegengesetzt.
Wenn Monarchie, dann ist es allein Monarchie. Das ist das, was in Griechenland
geschah. Sie kämpften um Demokratie und gegen Aristokratie und Monarchie,
und am Ende kam Oligarchie und Monarchie - schließlich wurden sie von den
Römern besiegt. Schüler: Was ist dann die Wahrheit bei all
diesen Versuchen in politischer Organisation? Aurobindo: Wenn man zu
etwas wahrem und anhaltenden gelangen will, muß man auf das Leben schauen
und von ihm lernen. Das heißt, man muß die Natur der
Gegensätze und Widersprüche in Erfahrung bringen und sie dann
versöhnen. Was die Regierung betrifft, zeigt das Leben, daß es eine
Wahrheit in der Monarchie gibt - ob nun erblich oder durch Wahl. Das soll
heißen, daß es einen Menschen am oberen Ende gibt, der herrscht.
Das Leben zeigt auch, daß es eine Wahrheit in der Aristokratie gibt, ob
nun aus starken oder reichen Menschen, - denen des Geldes oder Intellektes. Die
gegenwärtige Fiktion ist, es ist die Majorität, die herrscht. Das
Leben zeigt auch, daß die Art der Herrschaft oder der Aristokratie, mit
dem Einverständnis der Bevölkerung sein sollte, stillschweigend oder
mündlich, die die Masse bilden. Im alten Indien erkannten sie die Wahrheit
dieser Dinge. Das ist, warum Indien und auch China, über Jahrtausende
hinweg gedauert hat. Englische Politik ist erfolgreich, weil sie immer einen
Mann oder zwei gefunden haben, die die Kraft hatten, die Minderheit der
herrschenden Klasse zu führen. Während der viktorianischen Zeit, war
es entweder Gladstone oder Desrali, und auch wenn die Partei an der Macht in
England wechselt, ändert die andere Partei die zur Macht kommt, die Dinge
nicht radikal. Sie setzen dieselbe Politik mit einer geringfügigen
Änderung fort. |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Literatur des Rigveda und der Upanischaden - Kommentare von Sri
Aurobindo,
M.P.Pandit, Nolini Kanta Gupta, Kapali Sastry sowie der
Mutter

Neue Schöpfung
Neue
Schöpfung ![]() |